Tools spezial: Stimmungsbilder (Teil 9)

Bild: Melanie Matutis – Clearingstelle Medienkompetenz (unter Verwendung der Screenshots von Meeting Time (Mood Meter), window-swap.com, Giphy.com und icebreaker.online)

Seit über zwei Jahren pflegt die Clearingstelle Medienkompetenz eine Mindmap mit einer ständig erweiterten Übersicht über Tools, Apps, Plattformen und Links. Aber bei mittlerweile über 350 Links geht der Überblick schon mal verloren: Was soll ich nehmen? Was ist empfehlenswert – nicht zuletzt unter Datenschutz-Gesichtspunkten? Womit kann ich Teilnehmende gut aktivieren? Daher präsentieren wir in einer kleinen Artikel-Reihe unsere Favoriten, die sich in den letzten Monaten (oder Jahren) in vielen Veranstaltungen bewährt haben. Der neunte Teil unserer Reihe legt den Fokus auf digitale Tools, die es erlauben, Stimmungsbilder in verschiedenen Veranstaltungsformaten einzuholen. Alle bisherigen Beiträge der Tools-Reihe sind am Ende der Seite verlinkt.

Wie geht es Ihnen/euch? – Diese Frage ist oft ein Türöffner zu einem Gespräch. In Seminaren und Workshops ist für die Kursleitung ebenfalls wichtig, die Stimmung der Gruppe zu kennen. Sind alle müde, kann beispielsweise ein Bewegungsspiel für mehr Energie sorgen. Oder vielleicht gibt es Unzufriedenheit oder Konflikte zwischen den Teilnehmenden, die zuerst geklärt werden müssen. Aber auch in der Zusammenarbeit im Team ist es hilfreich, die Stimmung im Blick zu haben. Dies gilt für Teammitglieder untereinander, aber auch für die Leitung eines Teams. Und gerade in digitalen Settings kommen zwischenmenschlicher Austausch und informelles Feedback oft zu kurz. Aus diesem Grund stellen wir in diesem „Tools spezial“ ein paar Möglichkeiten vor, Stimmungsbilder in digitalen Räumen einzuholen.

Mood Meter

Eine gute Möglichkeit, ein sehr differenziertes Bild über die Stimmungslage einer Gruppe in digitalen Settings einzuholen, ist das Stimmungsbarometer, auf Englisch Mood Meter. In einem Raster mit verschiedenen Farben stehen unterschiedlichste Gefühlszustände, von „zufrieden“, „dankbar“ über „lebhaft“ und „überrascht“ bis hin zu „traurig“, „alleine“, oder auch „besorgt“, „wütend“.

In Videokonferenzen lässt sich das Stimmungsbarometer per Bildschirmfreigabe teilen. Die Teilnehmer:innen suchen sich daraufhin ein Wort aus, das zu ihrer aktuellen Stimmung passt. Bei der Videokonferenzsoftware Zoom beispielsweise lassen sich über die Kommentieren-Funktion auch direkt Stempel setzen, um die eigene Stimmung zu markieren. Dies ist vor allem für größere Gruppen gut geeignet, um ein schnelles Ergebnis zu sehen. Alternativ kann das Stimmungsbarometer als Bild auch in ein Whiteboard-Tool wie Miro oder Mural hochgeladen werden. Dort können die Teilnehmenden dann direkt auf dem Bild malen.

Die Seite meeting-time.de stellt verschiedene Möglichkeiten der Arbeit mit dem Stimmungsbarometer ausführlich vor. Außerdem bietet sie das Mood Meter als hochaufgelöste Datei zum Download an.

Analog zum Mood Meter gibt es auch eine gleichnamige App für Android und iOS. Die App Mood Meter wurde vom Yale Center for Emotional Intelligence entwickelt und soll die Emotionale Intelligenz verbessern helfen, ist allerdings vorrangig für die Eigenbeobachtung gedacht.

Screenshot: meetingtime.de

GIF-Battle

Stimmungen lassen sich in Videokonferenzen auch gut mit GIFs ausdrücken. Es gibt mehrere Wege, ein solches GIF-Battle umzusetzen. In einem zusätzlichen Browser-Tab können die Teilnehmer:innen beispielsweise die Datenbank giphy.com aufrufen, ein GIF suchen, das zu ihrer Stimmung passt, und den Link dazu in den Chat der Videokonferenz posten. Je nach verwendeter Software werden dann jedoch nur Links dargestellt (vorher testen!). MS Teams beispielsweise hat mittlerweile eine GIF-Suche in den Chat integriert, hier sieht man die bewegten Bilder direkt im Chat. Alternativ lassen sich auch Whiteboard-Tools wie Miro oder Mural für ein solches GIF-Battle nutzen. Je nach Gruppengröße können dann im Vorfeld Bereiche für jede Person angelegt werden, die diese dann füllt. Als Warming-up beschreibt die Seite sprintbetter.de das GIF-Battle.

Screenshot: giphy.com

Window Swap – Blick aus dem Fenster

Der Ausblick aus dem Fenster vom heimischen Schreibtisch oder aus dem Büro ist vermutlich nur allzu bekannt. Warum nicht mal irgendwo anders auf der Welt durch ein Fenster nach draußen schauen? Das geht mit der Seite window-swap.com. Beim Aufrufen der Seite erscheint direkt ein solcher Ausblick – wo auf der Welt man gerade durch das Fenster schaut, sieht man oben rechts im Bild. Mit Klick auf „Open a new window somewhere in the world“ erscheint ein anderer zufälliger Ausblick, ein Foto oder auch eine Videosequenz.

Um ins Gespräch über Stimmungen der Teilnehmer:innen einer digitalen Veranstaltung zu bekommen, bekommen diese die Aufgabe, ein Fenster zu wählen, das ihrem aktuellen Gefühlszustand entspricht oder das sie besonders anspricht. Diese posten sie dann über den Share-Butten unten links („copy link“) auch in den Chat der Videokonferenzsoftware. Gerade in kleineren Gruppen bietet es sich an, über diese Ausblicke in ein Gespräch über die aktuelle Stimmung zu kommen.

Screenshot: window-swap.com

Icebreaker.online

In Präsenzveranstaltungen ist die Stimmungsabfrage mit Bildkarten eine bekannte und beliebte Methode. Das Tool icebreaker.online übertragt diese Möglichkeit ins Digitale. Die Person, die die Kartenabfrage erstellt, benötigt einen Account. Anschließend kann aus mehreren Kartendecks mit verschiedenen Fotos gewählt werden. Dabei lassen sich mit dem kostenlosen Account drei Kartendecks pro Monat nutzen. Dazu wird eine Frage eingegeben; die Web-App bietet auch vorformulierte Vorschläge an. Ein Link wird an die Teilnehmer:innen der Stimmungsabfrage verschickt, die dann aus dem Kartendeck ein für sie mit Blick auf die Frage passendes Bild auswählen. Die Leitung kann sehen, wer bereits eine Auswahl getroffen hat. Schließlich lassen sich im Präsentationsmodus die Bilder der Teilnehmenden anwählen und diese dann zur Präsentation ihrer Karte auffordern.

Neben verschiedenen Sets an Stimmungsbildern gibt es seit Januar 2022 auch zusätzlich zwei neue Kartendecks: eines zum Thema Werte und das andere zum Thema Stärken. Diese bieten sich zu Fragen wie „Was ist dir wichtig?“ oder „Für welche Stärke im Team bist du dankbar?“ an. Die verschiedenfarbigen Karten bestehen aus dem jeweiligen Begriff und einem passendes Piktogramm dazu.

Screenshot: icebreaker.online

Emoji-Stimmungsbild

Natürlich funktioniert ein Stimmungsbild auch mit Emojis. Dazu wählen die Teilnehmer:innen ein Emoji aus dem Chat der jeweiligen Videokonferenzsoftware oder von einer Seite wie emojikopieren.de. Bei manchen Emojis ist auf mögliche Mehrfachbedeutungen zu achten. Im Zweifel sollten die Personen ihr gewähltes Emoji auch selbst einordnen können; entsprechende Vorkenntnisse sind daher Voraussetzung, um die Methode ohne die Gefahr von Missverständnissen einsetzen zu können. (Weitere Methoden mit Emojis finden sich bei Webhelm oder auf dem Wiener Bildungsserver.)

Screenshot: emojikopieren.de

Auch die Seite blahaj.xyz ermöglicht eine Stimmungsafrage. Hier sind es Ikea-Stoffhaie (blåhaj) in verschiedenen Situationen. Die Teilnehmenden können sich wahlweise aus der Gesamstbilderansicht ein für sie passendes Bild aussuchen, auch die zufällige Wahl eines Bildes ist möglich – Schmunzler garantiert.

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