Unsere Tools-Auswahl: digitale Quiz (Teil 11)

Bild: Melanie Matutis – Clearingstelle Medienkompetenz (unter Verwendung der Logos von antworte.jetzt, Mentimeter, socrative, Kahoot!)

Seit über zwei Jahren pflegt die Clearingstelle Medienkompetenz eine Mindmap mit einer ständig erweiterten Übersicht über Tools, Apps, Plattformen und Links. Aber bei mittlerweile über 350 Links geht der Überblick schon mal verloren: Was soll ich nehmen? Was ist empfehlenswert – nicht zuletzt unter Datenschutz-Gesichtspunkten? Womit kann ich Teilnehmende gut aktivieren? Daher präsentieren wir in einer kleinen Artikel-Reihe unsere Favoriten, die sich in den letzten Monaten (oder Jahren) in vielen Veranstaltungen bewährt haben. Der elfte Teil unserer Reihe legt den Fokus auf digitale Quiz-Tools. Sie können eingesetzt werden als spielerischer Einstieg in ein Thema, als Abfrage oder Überprüfung von Gelerntem oder auch zur Aktivierung der Teilnehmenden. Alle bisherigen Beiträge der Tools-Reihe sind am Ende der Seite verlinkt.

Einsatzmöglichkeiten

Mit Spaß fällt das Lernen viel leichter – und das Gelernte bleibt besser hängen. Schon allein aus diesem Grund lohnt es sich, in Workshops und Co. den Einsatz eines Quiz zu überlegen. Dank zahlreicher Online-Tools sind Quiz schnell umgesetzt. Sie lassen sich sowohl in Präsenz- als auch Online-Formaten einsetzen und erlauben beispielsweise einen spielerischen Einstieg in ein neues Thema. Auch zur Wissensabfrage werden Quiz gerne genutzt. Auf jeden Fall bringt gemeinsames Quizzen Spaß, macht munter und kann Gruppensituationen auflockern. Wer ein Quiz einsetzen will, hat jedoch die Qual der Wahl. Wir stellen daher unser Lieblingstool antworte.jetzt sowie Alternativen dazu vor.

antworte.jetzt

Unser aktueller Favorit ist die Webanwendung antworte.jetzt. Inspiriert durch Kahoot!, Socrative und ARSnova haben Informatik-Studierende der Technischen Hochschule Mittelhessen eine Open-Source-Alternative entwickelt, die sich vor allem durch Datenschutz auszeichnet. Denn das Spiel wird im Browser gespielt und alle Quizdaten verbleiben im Browser, es werden also keine personenbezogenen Daten auf einem Server verarbeitet. Eine Registrierung oder Anmeldung ist ebenfalls nicht nötig. Quizmaster und Spielende rufen die gleiche Startseite auf, von der aus sie direkt ein Quiz erstellen oder an einem vorhandenen teilnehmen können.

Weiterhin wirbt die Website mit einer barrierefreien und für den Beamer optimierten Bedienoberfläche, einem responsiven Design sowie verschiedene Fragetypen. Die Teilnehmenden können mit eigenen Geräten teilnehmen und die Quizfragen beantworten. Die Anwendung ist kostenlos. Zum Spielen reicht es, wenn alle, die mitspielen wollen, ein eigenes Gerät sowie Internetzugang haben.

Quiz antworte.jetzt (Screenshot)
Startseite der Plattform antworte.jetzt (eigener Screenshot)

Mentimeter

Auch mit Mentimeter können Teilnehmende sich über die eigenen Geräte an ansprechend gestalteten interaktiven Abfragen beteiligen. Die verschiedenen Abfragetypen reichen von Schiebereglern für Skalen-Fragen über Rankings und Raster hin zu (Kurz-)Antworten oder Feedback. Auch für Wortwolken, beispielsweise in einem Brainstorming, wird die Plattform gerne genutzt.

Wer ein Mentimeter erstellen möchte, muss sich einmalig registrieren. Die Teilnehmenden können ohne Registrierung mitspielen, sie rufen lediglich mit einem entsprechenden Code die Frage im Browser auf. Sollen allerdings mehr als zwei Fragen in maximal fünf Quiz-Folien eingesetzt werden, muss eine kostenpflichtige Version genutzt werden. Die Preise beginnen bei 8,99 Dollar pro Monat im Edu-Bereich (Stand: Juni 2022).

Hinter der Plattform steckt eine schwedische Firma, das Angebot unterliegt damit der DSGVO. Die Datenschutzerklärung informiert sehr transparent, allerdings gibt es diverse Datenübertragungen auch in die USA, daher ist die Nutzung von Mentimeter zumindest an Schulen nur eingeschränkt möglich.

Quiz: Mentimert - Screenshot
Ergebnis einer Mentimeter-Abfrage
(Eigener Screenshot)

Socrative

Das Programm Socrative, gehostet in Kanada, bietet primär digitale Lernkontrollen an. Es lassen sich aber auch Umfragen und Quiz für den Unterricht sowie fachliche Zusammenhängen erstellen. Die Anwendung gibt es auch als App, jeweils als Ausführung für Lehrer:innen (Android und iOS) und Schüler:innen (Android und iOS). Die User:innen bekommen die Fragen auf den eigenen internetfähigen Endgeräten angezeigt. Die Anmeldung ist kostenlos in der Grundversion. Bis zu fünf Quiz sind damit mit Beschränkung auf einen „Raum“ möglich, das heißt, es ist nur ein zeitgleiches Angebot für eine Zielgruppe möglich. Während Lehrer:innen sich registrieren müssen, können Schüler:innen ohne Anmeldung teilnehmen.

Das Projekt mobilsicher hat die Apps im Jahr getestet und bescheinigt Socrative einen guten Umgang in Sachen Datenschutz.

Quiz: Socrative (Screenshot einer Frage)
Quiz-Frage in Socrative mit Erläuterungen
(Eigener Screenshot)

 

Kahoot

Mit Kahoot können Lehrkräfte für ihre Klassen Quiz und Umfragen anlegen. Eine Registrierung vorab ist dabei nötig für die Personen, die ein Quiz erstellen wollen. Die kostenlose Basisversion lässt allerdings nur bis zu zehn Spieler:innen zu. Für größere Gruppen sind kostenpflichtige Accounts nötig (bei Kahoot+ bestehen inhaltliche sowie preisliche Unterschiede zwischen den Nutzungstypen „personal“ und „professional“).

Die Fragen müssen für alle sichtbar präsentiert werden, zum Beispiel über den Beamer oder bei Online-Veranstaltungen als geteilter Bildschirm. Typisch für Kahoot sind die vier farblich und mit einem geometrischen Symbol codierten Antwortmöglichkeiten und die (abschaltbare!) Retro-Hintergrundmusik. Die Spieler:innen greifen per QR-Code bzw. Link und PIN von ihren Mobilgeräten aus zu – eine Registrierung ist nicht nötig. Es gibt Apps für Schüler:innen und Lehrkräfte, allerdings wurde das Datensendeverhalten der Android-Version für Lehrer:innen wurde von mobilsicher kritisch bewertet.

Quizansicht bei Kahoot (eigener Screenshot)

Last but not least: Tweedback

Die Anwendung aus Deutschland (Firmensitz Rostock) bietet die Möglichkeit anonymer Rückmeldungen in Vorträgen, Workshops etc. Neben kurzen Quiz und offenen Rückmeldungen („Chatwall“) können die Teilnehmenden im „Panik-Modus“ auch rückmelden, wenn es zu schnell oder zu langsam geht, Beispiele nötig wären etc. Eine kostenlose Nutzung ist möglich, allerdings haben die Sessions dann eine maximale Laufzeit von 24 Stunden.

„Panik-Modus“ bei tweedback (eigener Screenshot)

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