Medienerziehung: Mit Kindern über Krieg sprechen

Medienerziehung: Mit Kindern über Krieg sprechen (Symbolbild)
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In der Ukraine herrscht Krieg. Bilder von Soldaten, Panzern, zerstörten Häusern und fliehenden Menschen beherrschen die Nachrichten im Fernsehen, im Radio oder auf Social Media. Nach zwei Jahren Corona-Pandemie ist der russische Angriff auf das Nachbarland nun also die nächste Bedrohung, die uns sehr nah ist. Das verunsichert nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder, die diese Entwicklungen mitbekommen – je nach Alter eher in Gesprächen mit Mitschüler:innen und Eltern oder direkt über die mediale Berichterstattung. Für Eltern und Erziehende ist daher wichtig, Kinder mit solchen belastenden Nachrichten auf keinen Fall alleine zu lassen. Sie sollten mit ihnen darüber sprechen, was in der Ukraine passiert, und gleichzeitig auch die Sorgen und Ängste ihrer Kinder ernst nehmen. Sich gemeinsam altersgemäße Nachrichtenangebote anzuschauen, kann ebenfalls sehr sinnvoll sein. Hier gibt es viele verschiedene Angebote. Außerdem gibt es einige Tipps, wie sich mit Kindern über den Krieg sprechen lässt.

Eine gute Zusammenstellung von Tipps für Fachkräfte und Familien und eine kommentierte Linkliste bietet die Servicestelle Kinder- und Jugendschutz. Besonders hervorzuheben ist hier, dass die Informationen nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Ukrainisch, auf Polnisch, Arabisch, Rumänisch und Russisch zur Verfügung stehen. Weitere Angebote stellen wir im Folgenden vor:

Was ist eigentlich Krieg?

Diese Frage kindgerecht zu beantworten, ist gar nicht leicht. Ein Videoausschnitt mit einer Erklärung von ZDF tivi findet sich auf YouTube, ein weiterer, schriftlicher Erklärungsversuch findet sich auf der Logo!-Website. Zudem finden sich auch Einträge zu „Krieg“ auf Klexikon, dem „Wikipedia für Kinder“ oder in der Version für Leseanfänger:innen, auf MiniKlexikon.

Die Initiative SCHAU HIN! hat ein paar Tipps für Eltern gesammelt, wie sie mit ihren Kindern über Katastrophen sprechen können.

Altersgerechte Informationsquellen zum Krieg

Für Heranwachsende gibt es verschiedene Informationsangebote, die altersgemäß Zusammenhänge erklären.

Die Maus

Die Internetseite der Sendung mit dem Maus gibt einen Überblick über die aktuellen Geschehnisse und verweist auf weitere kindgerechte Angebote. Außerdem gibt es die Möglichkeit, der Maus postalisch oder per E-Mail Fragen zum Thema zu stellen.

Logo!

Auch die Kinder-Nachrichtensendung Logo! berichtet über den Krieg auf einer eigenen Themenseite. Hier gibt es viele Berichte in Text- und Videoform über die aktuelle Situation, aber auch über die Hintergründe des jahrelangen Konflikts zwischen Russland und der Ukraine, der nun zum Krieg geführt hat.

FragFINN

Weitere Nachrichtenseiten für Kinder hat die Kindersuchmaschine FragFINN gebündelt.

KiRaKa

Kindernachrichten zum Hören gibt es im KiRaKa, dem Kinderradio-Kanal des WDR. Die Podcasts können gestreamt oder heruntergeladen werden.

Kindersache

Auch auf kindersache.de, einer Website des Deutschen Kinderhilfswerkes e.V., gibt es Nachrichten für Kinder zwischen 8 und 13 Jahren. In einem der Artikel beispielsweise wird eingeordnet, warum gerade auf TikTok viele Kriegsinhalte zu sehen sind – und warum viele davon auch gefälscht sind.

Blinde Kuh

Die Kindersuchmaschine Blinde-Kuh.de hat ebenfalls ein Themenspezial erstellt, in dem Kinder Informationen über das Leben in der Ukraine, insbesondere Berichte von Gleichaltrigen, Länderinfos, aber auch Informationen zum Hintergrund des Konflikts. Außerdem bietet Blinde Kuh Linktipps für ukrainische Kinder zur Orientierung in Deutschland, zum Deutschlernen und -verstehen.

Weitere Angebote finden sich in einer Zusammenstellung von SCHAU HIN! Auch die Website klick-tipps.net hat verschiedene Artikel und Videos zum Thema gebündelt.

Falschmeldungen erkennen

Der Krieg Russlands wird nicht nur mit Waffen geführt, er findet auch im Internet statt. Falschmeldungen verbreiten sich rasant über Messenger-Dienste oder Social Media und streuen russische Propaganda und sorgen für Desinformation. Daher ist bei Meldungen rund um Russland und die Ukraine stets Skepsis angebracht. Das Angebot Mimikama zeigt, wie beispielsweise auf TikTok Fake News verbreitet werden. Mehr zu diesem Thema im Interview des Leiters der Clearingstelle Medienkompetenz, Prof. Andreas Büsch, mit domradio.de.

Tipps zum Umgang mit Angst machenden Nachrichten

JUUUPORT

Bei der bundesweite Online-Beratungsplattform  JUUUPORT beraten ehrenamtlich aktive Jugendliche und junge Erwachsene aus ganz Deutschland, die JUUUPORT-Scouts, Gleichaltrige bei Online-Problemen. Jugendliche können sich sowohl über das Kontaktformular auf der Website oder per Messenger-Beratung an die JUUUPORT-Scouts wenden, wenn sie die bedrohlichen Nachrichten zur Situation in der Ukraine beschäftigen oder sie Fragen zum Thema Medienkonsum haben. Zusätzlich gibt es freitags nun auch einen speziellen Live-Chat für Jugendliche an, die konkrete Fragen, Sorgen oder Redebedarf zum Thema Ukraine haben. In einem Interview auf der Seite erklärt außerdem ein Scout-Mentor, wie es ihm mit der Situation geht, welchen Quellen er vertraut und wie er seinen Umgang mit der Nachrichtenflut gestaltet.

Logo!

Das Kinder-Nachrichtenmagazin Logo! listet konkrete Tipps auf, wie Kinder und Jugendliche mit belastenden und beunruhigenden Nachrichten umgehen können. Hier steht auch ein Interview mit einer Psychologin zum Thema zur Verfügung; auf Hilfsangebote wie die Nummer gegen Kummer wird ebenfalls verwiesen.

Flimmo

Flimmo, der Elternratgeber für TV, Streaming & YouTube beschreibt in einem Website-Beitrag, worauf Eltern und Erziehende achten sollten, wenn sie mit Kindern über die aktuellen Geschehnisse sprechen. Beispielsweise geht es darum, Ängste nicht herunterzuspielen und ein Vorbild zu sein.

neuneinhalb

Wie sich damit umgehen lässt, wenn schlimme Nachrichten Angst machen, und was man dagegen tun kann, zeigt auch das etwas mehr als vier Minuten lange Video von neuneinhalb, einem Reportermagazin des WRD für Kinder und Jugendliche.

Kindersache

Die Website kindersache.de, die sich an Kinder zwischen 8 und 13 Jahren richtet, hat ebenfalls einen Bericht veröffentlicht, der Tipps gibt, wenn Nachrichten Angst machen.

Klicksafe

Die EU-Initiative hat ein Infoblatt für Eltern als PDF zusammengestellt. Es enthält auf zwei Seiten Tipps und verlinkt weiterführende Unterstützungsangebote, differenziert nach Alter.

Speziell für pädagogische Fachkräfte und Lehrer:innen

Zum Thema Flucht sind im Rahmen des Projekts „MeKriF – Flucht als Krise. Mediale Krisendarstellung, Medienumgang und Bewältigung durch Heranwachsende am Beispiel Flucht“ des JFF Arbeitsmaterialien für die pädagogische Praxis entstanden. Sie eignen sich für die Arbeit mit jungen Menschen zwischen 12 und 16 Jahren.

Materialien für den Religionsunterricht zum Thema Krieg und Frieden gibt es auf der Website des Instituts für Religionspädagogik der Erzdiözese Freiburg.

In einem Infoblatt für Lehrkräfte hat die Initiative klicksafe auf drei Seiten wichtige Tipps zusammengestellt, wie mit den aktuellen Ereignisse in der Schule umgegangen werden kann. Dazu verweist es auf Angebote der BpB oder von Hanisauland. Außerdem sind weitere klicksafe-Materialien aufgeführt, mit denen die Themen Desinformation, Demokratie und Digitales Wohlbefinden im Unterricht behandelt werden können. Auch Rat- und Hilfeangebote sind hier zusammengefasst.

Das Religionspädagogische Portal der Katholischen Kirche in Deutschland rpp-katholisch.de hat Material für den Unterricht zusammengestellt. Hier finden sich auf viele Filme und Videos, die eingesetzt werden können.

[Edit 23.03.2022: Angebote von Klicksafe für Lehrkräfte und Eltern sowie rpp-katholisch.de ergänzt]

[Edit 30.03.2022: Angebot von Blinde-Kuh.de ergänzt]

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