Selbstoptimierung

Selbstoptimierung - Anna, die Hauptfigur in der Dokumentation steht vor einer Werbetafel, welche Frauen in makelloser Bikini-Figur zeigt.
Bild: FWU Institut für Film und Bild (Screenshot)

Worum geht’s?

Eckdaten des Films:

Dokumentation von FWU Institut für Film und Bild

Länge: 28 Minuten

Erscheinungsjahr, Produktionsland: 2017, Deutschland

Produktion: Martin Nudow

empfohlen ab 14 Jahren – Lehrprogramm gemäß § 14 JuSchG

Schuljahre: Sekundarstufe I: ab Klasse 8/9 und Sek. II

„Du kannst mehr aus dir herausholen!“, verspricht uns die Werbung, mit den richtigen Produkten, dem richtigen Training, der richtigen Ernährung und dem richtigen Coach. Auch Anna, die Protagonistin im Film, ist laufend von Werbung umgeben, die ihr zeigt, wer und wie sie auch sein könnte. Doch was davon ist eigentlich wirklich erstrebenswert? Wo zieht man auf dem Markt der Selbstoptimierung besser seine Grenzen? (FWU)

Welche medienpädagogischen Themen werden im Film angesprochen?

  • Werbung
  • Identität
  • Datenschutz
  • Selbstoptimierung
  • Verantwortungsvoller Umgang mit dem Internet
  • Selbstdarstellung und Inszenierung in Social Media
  • Medienkompetenz
  • Medienwirkung

Zum Einsatz in der (außerschulischen) Medienarbeit mit Jugendlichen:

Wer heutzutage im Trend liegen möchte, für den ist Selbstoptimierung ein Muss – zumindest steckt das in den Köpfen vieler. Das Geschäft rund um die Selbstoptimierung boomt. Gerade die Bereiche Fitness und Gesundheit wurden in den letzten Jahren zu einer gigantischen und lukrativen Industrie. Ständig locken neue Apps zur Vermessung des Körpers oder Coaching-Angebote für die perfekte Ernährung.

In der Dokumentation geht es um unterschiedliche Aspekte der Selbstoptimierung. Anfänglich zeigt sie, welchen Einfluss Werbung auf verschiedene Bereiche unseres Verhaltens und Erlebens hat. Neben Werbung thematisiert die Doku auch die Themenbereiche Fitness, Ernährung und Coaching. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist ebenfalls die Selbstdarstellung von Menschen. Online betrachtet erscheint das Leben der anderen nahezu perfekt und sorgenlos zu sein. Ein Blick hinter die Kulissen verrät jedoch, dass die Realität oft ganz anders aussieht. Es finden sich sogar zahlreiche Inhalte und Angebote im Internet, die mehr Erfolg (Likes, Abonnenten, Reichweite etc.) garantieren und versprechen, man könne solche Inszenierungen sogar bewusst lernen. Im Film geht es u. a. um Fragen wie: Warum wird überhaupt so viel gepostet? Oder: Was bedeutet ein „Like“ für das echte Leben?
Aber wo liegt die Grenze zwischen Methoden der Selbstoptimierung, welche die Lebensqualität von einzelnen verbessert, und solchen, mit denen die ständige Leistungssteigerung zum Zwang wird, einer von außen vorgegebenen Norm zu entsprechen? Es sollte im Umgang mit Jugendlichen, aber auch mit Erwachsenen kritisch hinterfragt werden, ob Menschen durch solche Strategien der Verbesserung in Zukunft tatsächlich glücklicher, klüger oder gar gesünder leben. Dabei sollten auch die Gefahren aufgezeigt und thematisiert werden, die entstehen können, wenn Menschen zu freizügig mit ihren persönlichen Daten umgehen. Ein gutes Beispiel für eine Diskussion in der Gruppe sind hierbei etwa Gesundheits- oder Fitness-Apps, welche biometrische Daten von NutzerInnen sammeln, speichern und oftmals auch an Dritte weitergeben.

Grundsätzlich gilt: Das Netz vergisst nie! Daten, die einmal hochgeladen wurden, verbreiten sich rasend schnell im Internet. Wie Heranwachsende für einen verantwortungsbewussten Umgang mit persönlichen Daten sensibilisiert werden können, soll daher ebenfalls ein zentraler Aspekt bei der (medien)pädagogischen Arbeit sein.
Auf mekomat.de finden sich viele passende Materialien zum Thema wie beispielsweise die Veröffentlichungen „Ich bin öffentlich ganz privat“ oder „Kinder und Werbung – Tipps für die Medienerziehung“ oder „Online-Werbung mit Jugendlichen zum Thema machen“. Zum Thema Datenschutz sind folgende Materialien gut geeignet: „Datenschutz im Internet“ sowie „Youngdata“. „Unboxing YouTube“ blickt hingegen auf Strategien hinter Influencering.

Zum Einsatz in der Arbeit mit Eltern oder mit LehrerInnen und PädagogInnen:

Selbstoptimierung ist auch bei vielen Erwachsenen ein Thema und so beschränkt sich die Einsatzmöglichkeit der Dokumentation keineswegs nur auf die Zielgruppe der Heranwachsenden. Erwachsene nutzen ebenfalls Apps und posten Inhalte im Netz. Auch wenn ältere Menschen in der Regel nicht so viel über sich posten wie jüngere, sind sie dennoch von Werbung und oft auch dem Drang nach Selbstoptimierung betroffen.
Eine Möglichkeit besteht etwa darin, das eigene Medienverhalten und den eigenen Mediengebrauch zu beschreiben, zu erläutern und anschließend zu reflektieren (z. B. Auseinandersetzung mit Konsumverhalten, Ernährungsbewusstsein etc.). Im Hinblick auf die Vorbildfunktion und elterliche Verantwortung von Erwachsenen gegenüber Heranwachsenden sollten sich Eltern bzw. PädagogInnen auch mit den Gefahren von Selbstoptimierung auseinandersetzen.

Anknüpfungspunkte für aktive Medienarbeit:

    • Die Jugendlichen teilen sich in Kleingruppen auf und begeben sich auf eine kurze Reise zu Fuß vom Standort Schule/Jugendhaus etc. aus (etwa 15 Min.). Mithilfe eines Screenshots der geografischen Karte (z.B. über GoogleMaps) zeichnen die Gruppen ihren Weg ein, den sie gegangen sind. Dabei kennzeichnen und nummerieren sie die Stellen, an denen es Berührungspunkte mit Werbung gab (z.B. Plakate, Radio, Screens, Flyer etc.). Auf einem gesonderten Blatt führen sie dann die Nummer auf und beschreiben kurz, um welche Art von Werbung es sich handelte. Eine Auswertung der Ergebnisse kann dann im Plenum erfolgen. Die Jugendlichen werden überrascht sein, wie viele Konfrontationen mit Werbung es in unserem alltäglichen Leben gibt, die, mehr oder weniger unbewusst, an uns vorbeiziehen.
    • Die Jugendlichen inszenieren eine Talkshow, in der sie als Befürworter und Gegner von Selbstoptimierung innerhalb und außerhalb der virtuellen Welt agieren. Bevor es losgeht, sollen sich die TeilnehmerInnen entsprechende Szenarien und Argumente überlegen. Möglich ist auch, die Talkshow mit einer Kamera aufzunehmen und die Bilder anschließend gemeinsam auszuwerten.
    • „Der gläserne Mensch“. Die Jugendlichen bekommen zur Aufgabe, das Lied „Der gläserne Mensch“ von Udo Jürgens zu analysieren und zu interpretieren. Gemeinsam im Klassenverband kann das Lied angehört und der Liedtext ausgeteilt werden. Im Anschluss kann über die Bedeutung, die Intention sowie Sinnhaftigkeit des Liedes gesprochen und diskutiert werden. Eine mögliche Impulsfrage könnte hierbei sein, wie „zerbrechlich“ das Bild ist, welches von sich selbst in der Öffentlichkeit kusiert.

Für wen?

LehrerInnen, Eltern und Jugendliche ab 14 Jahren

Bezugsmöglichkeiten:

Der Film steht mit Vorführrecht in katholischen und evangelischen Medienzentralen als Verleih-DVD oder Download zur Verfügung und kann über www.medienzentralen.de bezogen werden. Kreismedienzentralen haben diesen Film ebenfalls im Angebot.

Fazit:

Werbung ist ein alltäglicher und nicht mehr wegzudenkender Bestandteil im Leben von uns Menschen. Es gibt sie schon seit Menschen ihre Waren verkaufen wollen. Doch auch wenn es schon lange Strategien zur besseren Eigenvermarktung gab, haben Prozesse der Selbstoptimierung in den letzten Jahren enorm zugenommen. Die Dokumentation „Selbstoptimierung“ eignet sich für die medienpädagogische Arbeit mit jungen Menschen gut, um mit ihnen sowohl über die Vorteile als auch über die Nachteile von Selbstoptimierung und Werbung ins Gespräch zu kommen. Aufgrund seiner Laufzeit von 28 Minuten eignet sich die Dokumentation gut für den Einsatz in der (außerschulischen) Medienarbeit mit Jugendlichen und Erwachsenen.

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