mepodi: Beharrlich an den digitalen Herausforderungen der Zeit arbeiten

Interview online Bündnis mepodi
Das Interview führte Thomas Hohenschue (oben rechts) mit Prof. Andreas Büsch (oben links), Joachim Becker (unten links) und Gunter Geiger (unten rechts)
ganz passend zum Thema im digitalen Raum. – Foto: freepik.com / rawpixel.com

Nach zehn Jahren intensiver Kooperation ziehen die Netzwerkpartner von mepodi eine zufriedene Zwischenbilanz

Unsere Gesellschaft ist vielfältig in den Fragen digitalen Lebens und Arbeitens herausgefordert. Nur ein paar markige Schlagworte skizzieren bereits die Größe des Verständigungsbedarfs: Hatespeech, Fake News, Filterblasen, Polarisierung, Radikalisierung, digitale Kluft, digitaler Analphabetismus, Datensouveränität, Künstliche Intelligenz, Überwachung, Hackerangriffe, kritische Infrastruktur, Monopolisierung, hybride Kriegsführung … Das Digitale durchdringt unsere Wirtschaft, unseren Staat und unsere Gesellschaft. Es braucht eine kritische Reflexion der Chancen und Risiken, welche Menschen befähigt, mit der Digitalisierung verantwortlich umzugehen und diesen Prozess auf allen Ebenen mitzugestalten. Dieser Aufgabe verpflichtet fühlt sich das Trägerbündnis, das sich im Netzwerk mepodi – Medienbildung politisch und digital vereint.

Aus ihren je eigenen Aufträgen und Selbstverständnissen heraus sehen vier Akteure als gemeinsame Herausforderung eine forcierte Medienbildung für den digitalen Alltag, mit ihren gesellschaftlichen und politischen Bedeutungssträngen. An Bord sind die AKSB und die Katholische Akademie des Bistums Fulda, die Medienanstalt Hessen (LPR) und die Clearingstelle Medienkompetenz der Deutschen Bischofskonferenz an der Katholischen Hochschule Mainz. Diese enge Zusammenarbeit besteht seit zehn Jahren.

Aus der beharrlich verfolgten Kooperation erwachsen viele Früchte wie Tagungen und Fachgespräche (in letzter Zeit wegen des Infektionsschutzes auch als digitale Angebote), Publikationen und auch Exkursionen. Und jenseits dieser gemeinschaftlichen Ergebnisse strahlt die Arbeit von mepodi jeweils in die eigenen Reihen aus und in das Umfeld hinein. Sowohl die katholischen Bildungsträger und die Clearingstelle Medienkompetenz als auch die Medienanstalt Hessen arbeiten mit Lehrkräften, mit Fachkräften in der außerschulischen Bildung und anderen Netzwerkpartnern. Diese Multiplikation von Positionen und methodischen Zugängen gehört zur DNA aller vier mepodi-Träger.

Vernetzung und Austausch wirken in die eigene Arbeit hinein.

Thematisch segelt das Bündnis seit jeher hart am Wind, sprich: Es greift die Themen auf, die gerade gesamtgesellschaftlich debattiert werden. Das macht den Reiz und den Charme der Kooperation aus, erklären die Träger. Meist wirft einer der vier Beteiligten ein Thema in die Waagschale, die anderen eignen es sich dann an. Alle lernen aus diesem Prozess. Denn die Blickwinkel beispielsweise einer Landesmedienanstalt und einer katholischen Akademie unterscheiden und ergänzen sich beidermaßen, sodass jeder etwas aus den gemeinsamen Beratungen mitnimmt. Dass am Ende der intensiven Gespräche ein Ergebnis steht, strukturiert den Austausch und macht ihn verbindlich.

In den zehn Jahren haben sich alle Akteure im Bündnis weiterentwickelt. Die Zusammenarbeit an #mepodi hat dabei stets inspiriert. „Medienbildung – politisch und digital“ war schon immer das Thema. Auch, als die gemeinsam gestaltete Plattform für interne und externe Fachkräfte sowie Politik noch nicht so hieß, sondern das Feld ausgehend von familienbildnerischen Fragestellungen erst einmal erschlossen werden musste. Das Bündnis blickt auf ganz herausragende Ereignisse zurück, dazu gehören inspirierte große Tagungen und gelungene Publikationen. Allerdings gab und gibt es auch Versuche, die weniger gut gelungen sind. Hier den langen Atem zu bewahren, ist die große Stärke von mepodi.

Am Erfolg dieses Netzwerkes sind viele beteiligt. Neben den Leitungen gestaltet auch der AKSB-Referent für politische Bildung, Markus Schuck, das Bündnis seit jeher. Denn alle Partner bringen ihre Kompetenzen und Kontakte ein. Das soll weitergehen und vertieft werden. Aus diesem Grund wird ein neues Projekt im Dachverband der AKSB die Grundlagen für „Medienbildung – politisch und digital“ systematisieren und neu zugänglich machen. Zugleich gilt es, nach der Coronazeit die gemeinsame Basis der persönlichen Begegnung zu erneuern, den Eigenwert von Präsenzveranstaltungen zu stärken und den Irrweg einer finanziell nicht tragfähigen Kostenloskultur im Netz zu meiden. Mit diesen Perspektiven im Gepäck gehen die Partner zuversichtlich ins elfte Jahr ihrer Zusammenarbeit.

Drei Gesprächspartner, vier Kooperationspartner

Gunter Geiger ist in Personalunion Vorsitzender der AKSB und Direktor der Katholischen Akademie des Bistums Fulda. Die Träger und Einrichtungen der katholischen Jugend- und Erwachsenenbildung der AKSB haben viele Zugänge zu Fachkräften und Multiplikator/-innen. Mehr unter www.aksb.de und www.katholische-akademie-fulda.de.

Joachim Becker ist Direktor der Medienanstalt Hessen. Neben lizenzrechtlichen und aufsichtlichen Aufgaben gehört die Förderung der Medienkompetenz zum Auftrag der Medienanstalt. Dabei liegt ein besonderer Fokus liegt auf der Bildung von Kindern und Jugendlichen. Mehr unter www.lpr-hessen.de.

Prof. Andreas Büsch ist Leiter der Clearingstelle Medienkompetenz der Deutschen Bischofskonferenz an der Katholischen Hochschule Mainz. Diese Stelle bündelt im Feld kirchlicher Medienkompetenz Wissen, vernetzt Akteure, inspiriert, referiert und publiziert. Mehr unter medienkompetenz.katholisch.de.

 

Das könnte Sie auch interessieren: