Follower

Follower - Smartphone mit Bild von Protagonistin des Films
Bild: kfw

Worum geht’s?

Eckdaten des Films:

Kurzspielfilm von Philipp Kässbohrer

Länge: 10 Minuten

Erscheinungsjahr, Produktionsland: 2018, Deutschland

Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg GmbH, Ludwigsburg

empfohlen ab 12 Jahren

Schuljahre: Sekundarstufe I: ab Klasse 8/9 und Sek. II

Für Clara ist es ein ganz gewöhnlicher Abend, den sie als Babysitterin im Haus einer wohlhabenden Familie verbringt. Während der Junge bereits im Bett ist, will Clara gemütliche Stunden im Wohnzimmer verbringen. Per Smartphone chattet sie mit ihrem Freund Patrick und postet ein paar Bilder sowie ihren Standort auch auf Instagram. Aber kurz darauf wird sie über einen neuen Follower informiert, der offensichtlich weiß, wo sie ist, die Blockierfunktion zu umgehen weiß und grauenhaft entstellte Fotos von ihr postet. Clara wird es unheimlich allein in dem großen Haus. Daher bittet sie ihren Freund zu kommen. Doch noch während er auf dem Weg zu ihr ist, scheint auch der Follower ganz in der Nähe zu sein. Wird ihr Freund rechtzeitig bei ihr sein?

Welche medienpädagogischen Themen werden im Film angesprochen?

  • Datenschutz
  • Stalking
  • Social Media
  • Online-Kommunikation
  • Messenger
  • GPS
  • Ortung

Zum Einsatz in der (außerschulischen) Medienarbeit mit Jugendlichen:

Der Film lässt sich ausgezeichnet als Impuls in schulischer wie außerschulischer Arbeit mit Jugendlichen einsetzen. Allerdings können die Thematik und die spannende Inszenierung sensiblere Kinder ängstigen. Daher empfehlen wir  einen Einsatz erst ab 12 Jahren.

Praktisch alle Jugendlichen im Alter von zwölf bis 19 Jahren besitzen mittlerweile laut JIM-Studie (2018, S. 8: 97 Prozent) ein eigenes Smartphone. Inhaltlich kommt es ihnen dabei v. a. darauf an, Nachrichten oder Statements austauschen zu können, sei es in Form von Text, Emojis, Fotos oder Bewegtbild. Social-Media-Plattformen sind also aus dem Alltag von Jugendlichen nicht mehr wegzudenken. Der Film Follower, der als Studienprojekt an der Filmakademie Baden-Württemberg entstanden ist, stellt diese selbstverständliche alltägliche Mediennutzung Jugendlicher bzw. junger Erwachsener in den Mittelpunkt. Dabei hat die Selbstverständlichkeit des Teilens von Informationen in Social-Media-Kanälen auch ihre Schattenseiten. Und das erfährt die Protagonistin des Films unmittelbar.

Der Titel des Kurzfilms ist bezeichnend. Es geht um einen Instagram-Follower, der die Grenzen Instagrams verlässt und der Protagonistin auch im echten Leben folgt. Damit bedient der Film einerseits typische Horror-Elemente: eine junge Frau ist allein zu Hause; eine Bedrohung von außen, gleichzeitig ist der (hoffentlich) rettende Freund auf dem Weg zu ihr. Mit diesen Elementen thematisiert Follower die Frage nach dem Verhältnis von Privatheit und Öffentlichkeit. Wer darf was von mir wissen? Wie privat oder öffentlich agiere ich? Wie groß ist der Kreis der Follower in einem sozialen Netzwerk wie Instagram? Und ganz konkret: Wie gefährlich kann es sein, Informationen wie den eigenen Standort preiszugeben?

Gerade für die Arbeit mit Jugendlichen ist es eine wichtige Aufgabe, nicht nur das eigene Bedürfnis nach Privatsphäre erfahr- und verstehbar zu machen, sondern das diese es auch auf die digitalen Räume übertragen können. Im Idealfall können Heranwachsende so differenziert entscheiden, wer was sehen darf. Was ist öffentlich, was privat? Diese Unterscheidung zu treffen und sie dann auch in den verschiedenen genutzten Diensten umsetzen zu können, gehört zu einem kompetenten Handeln mit und in den Medien.

Zum Einsatz in der Arbeit mit Eltern oder mit LehrerInnen und PädagogInnen:

Auch in der Bildungsarbeit mit Erwachsenen kann Follower Anlass für Diskussionen zu den oben genannten Themen bieten. Denn nicht nur Heranwachsende können Opfer von Stalking o. ä. werden; auch für Erwachsene sind die angesprochenen Themen relevant. Dementsprechend kann der Film auch in der Arbeit mit Eltern, LehrerInnen und PädagogInnen eingesetzt werden.
In unserer Material-Datenbank mekomat.de finden sich passende Materialien, die dabei helfen können, mit Jugendlichen die Themen des Films anzusprechen und zu bearbeiten. Inbesondere die Broschüren „Jugendliche sicher in Social Media?“ oder „Sicherheit im Internet“ geben hilfreiche Tipps.

Anknüpfungspunkte für aktive Medienarbeit:

  • Die gleichnamige Arbeitshilfe zum Film bietet auf 38 Seiten viel Material und Hinweise zu Einsatzmöglichkeiten. Wir sind als Team der Clearingstelle Medienkompetenz dankbar für das Angebot des kfw, die Arbeitshilfe zu erstellen (und ein bisschen stolz sind wir darauf auch 😉 ).
  • Die Arbeitshilfe listet verschiedene Bausteine für den Unterricht und die (medienpädagogische) Bildungsarbeit mit Jugendlichen und Erwachsenen auf, u.a. zu den Themen
    • Öffentlichkeit und Privatheit
    • Influencer*innen als Vorbild
    • Standort-Angaben
    • Was passiert mit meinen Daten in sozialen Netzwerken?
  • Dazu erhalten PädagogInnen diverse Materialien, Arbeitsblätter und weiterführende Literatur für den Einsatz im Unterricht.

Für wen?

LehrerInnen, Eltern und Jugendliche ab 12Jahren

Bezugsmöglichkeiten:

Der Film steht mit Vorführrecht in katholischen und evangelischen Medienzentralen als Verleih-DVD oder Download zur Verfügung und kann über Medienzentralen.de bezogen werden. Kreismedienzentralen haben diesen Film ebenfalls im Angebot.

Fazit:

Der Film „Follower“ empfiehlt sich sehr gut für die (medienpädagogische) Arbeit mit Jugendlichen oder Erwachsenen zu den Themen Datenschutz, Social Media, Stalking etc. Dafür spricht insbesondere die Vielfalt der Themen sowie seine Kürze von nur 10 Minuten. Dennoch sollten pädagogische Fachkräfte sich Gedanken zum Einsatz des Films machen. Denn die teilweise ängstigende Thematik und die vielleicht zu spannende Inszenierung können jüngere bzw. sensiblere ZuschauerInnen verunsichern.

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