Steffi gefällt das

Titelbild: Steffi gefällt das
Bild: Katholisches Filmwerk e.V.

Worum geht`s?

Eckdaten des Films:
Ein Kurzfilm von Philipp Scholz (2012)
Länge: 5 Minuten

Bonusmaterial: Medienpädagogische Arbeitshilfen, 22-seitiges Booklet

Produktion: The Fu King Production/Florian Gregor, Philipp Scholz
empfohlen ab 12 Jahren, FSK 0

Schuljahr: Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

„Paul gehört der Generation an, die jedes Ereignis mit ihren Online-Freunden teilt. Durch sein Smartphone geschieht dies wie in Echtzeit. Virtuelle Freundschaften, digitale Gruppenzugehörigkeiten und Fotoverlinkungen sind wichtige Werte für ihn. Die Offenlegung seiner Privatsphäre sieht er als selbstverständlich an. Ein Leben ohne Smartphone? Für Paul undenkbar. Doch an seinem Glückstag hätte er es lieber zu Hause lassen sollen.“(kfw)

Welche medienpädagogischen Themen werden im Film angesprochen?

  • Freunde in sozialen Netzwerken
  • (ständige) Erreichbarkeit
  • Privatsphäre und Datenschutz
  • Ortung von Smartphones
  • (Markt-)Mechanismen sozialer Netzwerke
  • personalisierte Werbung (u.a. sponsored Ads)
  • Teilen von Inhalten (u.a. Upload von Fotos) auf Sozialen Netzwerken
  • Fake-News

Zum Einsatz in der schulischen oder außerschulischen Medienarbeit:

Es gehört zum Alltag Jugendlicher, soziale Netzwerke und Messenger zur Kommunikation mit ihren FreundInnen hochfrequentiert zu nutzen. Das Einstellen eigener Fotos, Videos oder Wortbeiträge bietet ihnen die Möglichkeit, sich auszuprobieren, sich darzustellen, sich selbst zu vergewissern und Feedback von anderen zu erhalten. Darüber hinaus ist Facebook eine Informationsquelle für Jugendliche, die sie mit Neuigkeiten aus dem Freundeskreis, der Lieblingsband und dem aktuellem (politischen) Geschehen versorgt.

Der Film Steffi gefällt das kann im Unterricht oder in der außerschulischen Medienarbeit mit Jugendlichen als Teaser für das Thema soziale Netzwerke, Messenger und Instant Messaging eingesetzt werden. Im Anschluss können Themen wie Freundschaft (in sozialen Netzwerken), Datenschutz und aktive Teilhabe besprochen werden. Da der Protagonist nahezu jedes Detail seines Tagesverlaufes auf Facebook postet und auch Fotos zu seinen Aktivitäten teilt, bietet es sich an, die Jugendlichen zu ihren Einstellungen und Erfahrungen mit ständiger Erreichbarkeit und der Anerkennung durch Feedback in sozialen Netzwerken zu fragen. Hierbei darf der Fokus nicht darauf liegen, vor allem auf mögliche Gefahren hinzuweisen und dafür zu plädieren, die Nutzung der Dienste einzuschränken. Da Jugendliche eigene Beiträge im Netz häufig an den Rückmeldungen anderer ausrichten, sollte es auch darum gehen, gemeinsam Alternativen zu erarbeiten und darüber nachzudenken, wie sich Jugendliche interessengeleitet und selbstbestimmt im Netz einbringen können.

Zudem werden im Film sponsored Ads angesprochen. Das kann als Anlass dazu genutzt werden, die (Markt-)Mechanismen von sozialen Netzwerken anzusprechen. Es ist auch für (Medien-)PädagogInnen selbst nicht leicht, verschiedene Dienste und Werbeformen zu überblicken und in puncto Verbraucherschutz immer auf dem neuesten Stand zu bleiben. Das trifft auch auf Jugendliche zu, die zwar alltäglich in sozialen Netzwerken unterwegs sind, aber personalisierte Werbung teilweise unhinterfragt gut finden oder nicht immer als solche identifizieren bzw. ggf. nicht wissen, wie sie diese unterbinden können. Sowohl Adblocker als auch verschiedene Werbeformen können im Anschluss an den Kurzfilm zum Thema gemacht werden.

Der Kurzfilm endet mit dem Worst Case, der Entführung des Protagonisten durch „falsche FreundesFreunde“ auf Facebook. (Medien-)PädagogInnen sollten sich aufgrund dieser Conclusio nicht dazu verleiten lassen, den pädagogischen Zeigefinger zu erheben. Besser ist es, an den Erfahrungen der Jugendlichen anzusetzen und für Alltagsprobleme, wie zum Beispiel die Vornahme der Privatsphäreeinstellungen, mit den Jugendlichen zusammen Lösungen zu finden. Hierfür eignet sich u.a. das Material von Klicksafe.de und Handysektor.de.

Anknüpfungspunkte für aktive Medienarbeit:

  • Produktion von Erklärvideos zu den Mechanismen sozialer Netzwerke (u.a. Reichweiten, ökonomische Strukturen) oder zum Freundesbegriff – on- und offline.
  • Einheit zu Onlinewerbung und zum Verbraucherschutz; Einsatz der gruppenpädagogischen Übungen der JFF-Studie Online Werbung mit Jugendlichen zum Thema machen (http://www.jff.de/jff/material/arbeitsmaterialien/artikel/art/materialien-online-werbung-mit-jugendlichen-zum-thema-machen/).
  • Drehen eines Kurzfilmes zu der Bedeutung von Rückmeldungen durch FreundInnen und fremde NutzerInnen in sozialen Netzwerken.
  • Gemeinsam die eigenen Facebook-Daten beim Provider abfragen und in der Gruppe vergleichen.

Für wen?

Jugendliche ab 12 Jahren.

Bezugsmöglichkeiten:

Der Film ist als DVD mit Vorführrecht in katholischen und evangelischen Medienzentralen und Kreismedienzentren ausleihbar und unter www.medienzentralen.de online abrufbar. Ein Direktbezug der DVD mit Vorführrecht ist unter www.filmwerk.de möglich.

Fazit:

Der Kurzfilm Steffi gefällt das hat in kürzester Zeit eine große Reichweite erzielt. Er stößt bei MedienpädagogInnen auf geteilte Meinungen, da gerade das Ende des Films nicht ohne eine bewahrpädagogische Haltung Medien gegenüber auskommt. Das erfordert pädagogisches Geschick bei der Moderation einer nachfolgenden Diskussion, die nicht nur an den Gefahren von Social Media ansetzt. Zudem ist anzumerken, dass der Film bereits 2012 produziert wurde und so neuere Entwicklungen – wie z.B. die rückläufigen Facebook-Nutzerzahlen, gerade bei Jugendlichen, und der Beliebtheitszuwachs anderer Dienste – nicht aufgegriffen werden konnten.
Alles in allem enthält Steffi gefällt das vielfältige Anknüpfungspunkte für die Thematisierung von sozialen Netzwerken und eine daran anschließende aktive Medienarbeit.

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