Voicemail

Bild: kfw

Worum geht’s?

Eckdaten des Films: 

Kurzspielfilm von Erec Brehmer

Länge: 30 Minuten

Deutschland 2016

Bonusmaterial: Broschüre mit Arbeitshilfen und weiterführenden Informationen, Arbeitsmaterialien als PDF-/Text-Datei

Produktion: Hochschule für Fernsehen und Film München, Walking Ghost Film, kfw

empfohlen ab 14 Jahren

Schuljahre: Sekundarstufe I: ab Klasse 9, Sekundarstufe II

 

Ein junges Mädchen –Lilly– ist spurlos verschwunden. Der ehrgeizige Jungredakteur Stefan sieht seine Chance gekommen: Titelseite. Doch Lillys Mutter weigert sich, mit der Presse zu sprechen. Stefan muss sich entscheiden, wie weit er als Journalist zu gehen bereit ist. Dabei setzt er unwissentlich eine Spirale von Ereignissen in Gang, die er nicht mehr aufhalten kann. Spannender Kurzspielfilm zum Thema Medienethik. (kfw)

Welche medienpädagogischen Themen werden im Film angesprochen?

  • Journalismus, Boulevardjournalismus
  • Darstellung von Kriminalität in den Medien
  • Medienwirkung
  • Medienkritik
  • Medienethik
  • Wert der Privatsphäre und der Persönlichkeitsrechte

Zum Einsatz in der (außerschulischen) Medienarbeit mit Jugendlichen:

Durch die Digitalisierung sind wir heutzutage mit einer Informationsfülle konfrontiert, die vor allem für junge NutzerInnen kaum zu überblicken ist. Ständig kommen neue Nachrichten und Informationen online und beeinflussen unser Denken und Handeln. Eine einzelne Nachricht wird von tausenden Menschen gesehen und geteilt über soziale Medien geteilt, wodurch ihr eine hohe Gewichtung zukommt. Dieser starken Medienwirkung sind sich viele Jugendliche jedoch nur allzu wenig bewusst.

Der Kurzfilm „Voicemail“ bietet die Möglichkeit, hinter die Kulissen einer Nachricht zu blicken. Dadurch wird klarer, welche Intentionen hinter der Aufmachung und Verbreitung einer Meldung stecken können. Mit den Jugendlichen können diese Eindrücke der medialen Aufbereitung und Vermittlung von Informationen in den Blick genommen werden. Gemeinsam kann dann das eigene Konsumverhalten bzw. die eigene Informationsbeschaffung kritisch hinterfragt werden. Wo bekomme ich meine Informationen her? Welche Themen sprechen mich an? Wie werden sie dargestellt? Welche Wirkung wird vermittelt?

Neben der Wirkung auf das Individuum bietet der Film auch die Möglichkeit der Reflexion und Auseinandersetzung mit der Wirkung auf die Gesellschaft. Welche politischen und sozialen Auswirkungen hat eine Nachricht? In beiden Fällen sollte auf eine kritische Rezeption hingearbeitet werden. Denn einer medienkritischen Haltung gegenüber kommt durch die Digitalisierung und die damit einhergehende Verschmelzung von Produzent und Konsument (Prosumer) nochmals eine höhere Bedeutung zu.

Weiterhin können auch medienethische Grenzen ausdiskutiert werden. Wie weit darf man gehen, um an Informationen zu gelangen? Wo ist die Grenze zwischen Privatsphäre und der Öffentlichkeit zu ziehen? Wo liegen meine Persönlichkeitsrechte? Konkret zum Film kann dabei die Entwicklung der beiden Protagonisten betrachtet werden; zum einen die des Redakteurs Stefan Färber, zum anderen die der Mutter von Lilly.

Zum Einsatz in der Arbeit mit LehrerInnen und PädagogInnen:

Die oben beschriebenen Themenfelder eignen sich ebenfalls zu einer Diskussion unter MultiplikatorInnen. Im Speziellen bietet sich der Film dabei für MedienpädagogInnen an, die gleichzeitig in der Öffentlichkeitsarbeit beschäftigt sind, da sie beide Seiten, sowohl die Produktion, als auch den Konsum, kennen und vertreten.

Anknüpfungspunkte für aktive Medienarbeit:

  • Analyse verschiedener Tageszeitungen und Magazine (eventuell auch Nachrichtensendungen im Fernsehen oder Webartikel): Erarbeitung von Kennzeichen, Stilmitteln und Unterschieden; darüber hinaus Möglichkeit des Abgleiches mit der Darstellung im Film
  • Erstellung einer Fotocollage zur Darstellung von Verbrechen in den Medien
  • Führen eines Medientagebuches: Woher bekomme ich meine Informationen? Wie werden diese Infos dort dargestellt?
  • Erstellen einer eigenen (Schüler-)Zeitung oder eines eigenen Blogbeitrags: Wie gestaltet sich der Ablauf von einer Artikelidee bis hin zur fertigen Seite? Wer ist an der Erstellung beteiligt? Was muss beachtet werden? Eventuell Auseinandersetzung mit dem Pressekodex
  • Führen von eigenen Interviews zu aktuellen Themen im Klassenverbund
  • Analyse über die politische und soziale Auswirkung medialer Berichterstattung auf aktuelle Themen

Für wen?

LehrerInnen, MedienpädagogInnen und Jugendliche ab 14 Jahren

Bezugsmöglichkeiten:

Der Film steht als DVD mit Vorführrecht in katholischen und evangelischen Medienzentralen und Kreismedienzentren zur Verfügung und kann unter www.medienzentralen.de online abgerufen werden. Ein Direktbezug der DVD mit Vorführrecht ist unter www.filmwerk.de möglich.

Für den Einsatz im Unterricht liegen der DVD einige Druckvorlagen für Arbeitsblätter und sonstiges Gestaltungsmaterial bei.

Fazit:

Der Kurzfilm „Voicemail“ offenbart anhand einer fesselnden Story einen Einblick in die Abläufe hinter den Kulissen einer Tageszeitung. Über die Entwicklung des Jungredakteurs Stefan Färber werden dabei mehrere (medien-)ethische Fragen aufgeworfen, die bei den RezipientInnen einen bitteren Beigeschmack hinterlassen und zur Diskussion anregen sollen. Gerade das schockierende, aber dennoch offene Ende des Films bietet nochmals einen Aufreger und heizt die Debatte an. Auf entsprechende Reaktionen der ZuschauerInnnen sollte der Vorführende vorbereitet sein.

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