Auf der Strecke

Quelle: kfw

Worum geht’s?

Eckdaten des Films:

Kurzspielfilm von Reto Caffi

Länge: 30 Minuten

Erscheinungsjahr, Produktionsland: 2007, Deutschland/Schweiz

Produktion: KHM Köln, Blush Films Zürich, Schweizer Fernsehen
empfohlen ab 13 Jahren
Schuljahre: Sekundarstufe I: ab Klasse 8, Sekundarstufe II

Der Kaufhausdetektiv Rolf ist in die Verkäuferin des hauseigenen Buchladens verliebt. Regelmäßig beobachtet er sie über das Videoüberwachungssystem und folgt ihr abends in die Bahn. Als er Zeuge wird, wie ein vermeintlicher Nebenbuhler verprügelt wird, greift der eifersüchtige Detektiv nicht ein – mit fatalen Folgen.

Welche medienpädagogischen Themen werden im Film angesprochen?

•        Mediale Darstellung von Jugendkriminalität

•        Thematisierung von Zivilcourage, Schuld und Gewissen in Medien

•        Gewalt bzw. Mobbing/ Cybermobbing

•        BystanderInnen von (Cyber-)Mobbing

•        (Online-)Bekanntschaften

Zum Einsatz in der außerschulischen Medienarbeit:

Es gibt immer wieder Situationen, in denen wir eigentlich „Zivilcourage“ beweisen sollten. Aber können wir das überhaupt immer so genau sagen? Sicherlich ist es immer leicht im Nachhinein zu sagen: „Ja, ich hätte mich so und so verhalten.“ oder: „Das wäre richtig gewesen.“ Der vorliegende Kurzspielfilm „Auf der Strecke“ wurde vielfach preisgekrönt und thematisiert genau dieses heikle Thema der (unterlassenen) Hilfeleistung und der dahinterstehenden Haltung.

Der Film bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte für die medienpädagogische Arbeit.

Zum einen bietet sich eine gemeinsame Reflexion an über das Ende des Films, in der miteinander erörtert wird, welche Gründe für das Handeln von Rolf bestehen. Dabei können die Schwerpunkte auf Schuld, Gewissen, (Jugend-)Gewalt, Mobbing, (unterlassene) Hilfeleistung, BystanderInnen von Gewalt und Mobbing und/oder Zivilcourage, etc. gelegt werden.

Diese thematischen Ausgangspunkte können genutzt werden, um – mit der gebotenen Behutsamkeit – mit Kindern und Jugendlichen über die Erfahrungen, die sie zu den jeweiligen Themen gesammelt haben, ins Gespräch zu kommen. Wo begegnen ihnen Mobbing und Gewalt im Alltag? Gab es Situationen, in denen ein Einschreiten ihrerseits gefragt war?

Dazu bietet es sich beispielsweise an, im Klassenverband über Gewalt und Mobbing zu diskutieren. Hier sollte besonders auf das Problem von BystanderInnen von Gewalt und Mobbing eingegangen werden, also der Frage nachzugehen: Wie verhalten sich die Jugendlichen in Situationen, in denen Mitschüler angegriffen werden? Sind sie bloße Zuschauer oder zeigen sie Zivilcourage und helfen dem Opfer?

Ebenfalls könnte das eigene Verhalten der Schüler im Netz reflektiert werden: Wie gestalte ich meinen Alltag im Netz? Mit wem tausche ich mich im Internet aus? Zeige ich mich im Netz anders als im realen Leben? Selbstverständliche sind viele weitere Anknüpfungspunkte in der medienpädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen denkbar.

Zum Einsatz in der Arbeit mit Eltern sowie mit LehrerInnen und PädagogInnen:

Auch hier kann man aus den im Film angebotenen Themen, je nach Aktualität und Klärungsbedarf in der Klasse, auswählen und einen entsprechenden Schwerpunkt setzen. Die spannende Thematik des Films regt quasi schon von alleine zu einer Diskussion an. Aufgrund der Gesamtlänge des Films von 30 Minuten eignet sich der Kurzspielfilm sehr gut für einen Einsatz im schulischen Kontext.

Anknüpfungspunkte für die aktive Medienarbeit:

  • Interviews zu Erfahrungen im Bereich Zivilcourage, Gewalt in der Öffentlichkeit oder (Cyber-)Mobbing mit den Kindern und Jugendlichen in Form von Fragebögen oder kleinen Filmen erstellen; diese können dann ggf. an einem Projekttag den Eltern und Mitschülern vorgestellt werden.
  • Collagen zu angesprochenen Themen mit Bildern aus dem Internet gestalten
  • Erstellen eines Flyers zum Thema Zivilcourage in der Schule; die Flyer können dann in der Schule ausgelegt oder verteilt werden
  • Vorstellung/Präsentation von Einrichtungen/Organisationen/Bewegungen für Zivilcourage (im Netz)

Für wen?

LehrerInnen, Eltern und Jugendliche ab 13 Jahren

Bezugsmöglichkeiten:

Der Film ist als DVD mit Vorführrecht in katholischen und evangelischen Medienzentralen und Kreismedienzentren ausleihbar und unter www.medienzentralen.de online abrufbar. Ein Direktbezug der DVD mit Vorführrecht ist unter www.filmwerk.de möglich.

Fazit:

Auf der Strecke ist in der medienpädagogischen Szene sehr beliebt und vielseitig einsetzbar. Wer den Kurzspielfilm in der Arbeit mit Jugendlichen oder Eltern/LehrerInnen einsetzen möchte, der sollte sich vorher jedoch gut überlegen, welche Haltung er / sie vermitteln möchte. Das offen gehaltene Ende des Films, sollte durch geeignete Lösungsalternativen – wie z.B. das sich Anvertrauen an Andere oder das Aufklären Sarah‘s über die unterlassene Hilfeleistung durch Rolf – ergänzt werden, die gemeinsam mit entsprechenden Methoden erarbeitet werden können.

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