Weniger Algorithmen, dafür mehr Freiheit

Logo des katholischen Medienverbandes. Großes rotes "K" mit grauem "M".

Medienpädagoge fordert Einsatz gegen Amazon, Google und Co.

Ob auf der Suche nach einem passenden Buch als Geburtstagsgeschenk oder nach Ausflugszielen am nächsten Urlaubsort – Onlinehändler und Suchmaschinen versorgen uns mit den gewünschten Informationen. Doch das, was uns als Ergebnis unserer Suche angeboten wird ist alles andere als objektiv. Von fragwürdigen Verträgen beeinflusst und durch Algorithmen gefiltert, bekommen wir ein genau zugeschnittenes Resultat präsentiert.  Es wird also zunehmend fraglich, ob wir wirklich offene Such- und Zugriffsmöglichkeiten im Internet haben.

Andreas Büsch, Leiter der Clearingstelle Medienkompetenz der Deutschen Bischofskonferenz, forderte am vergangenen Mittwoch bei der Jahrestagung des Katholischen Medienverbands (KM) dazu auf, sich stärker für die Freiheit von Daten und Medieninhalten einzusetzen. Diese Freiheit wird von Amazon, Google und Co. massiv  beeinträchtigt. Amazon etwa hält bewusst Bücher von der elektronischen Veröffentlichung zurück und „schließt Knebelverträge mit Autoren ab, um so den Markt zu beeinflussen“, so Büsch. Wer z.B. der Veröffentlichung als E-Book exklusiv bei Amazon nicht zustimmt, wird dann eben gar nicht mehr verlegt. Auch die Verlage geraten durch die Marktmacht von Amazon unter Druck, da der Versender die Konditionen aufgrund seiner Größe quasi diktieren kann. Aktuell gibt es zudem Streit um vergriffene Bücher, die Amazon gegen ein geringes Entgelt „on demand“ in Eigenregie nachdrucken will.

Büsch sieht gerade die konfessionell gebundenen Journalisten und Verleger in der Verantwortung, sich zu hierzu ethisch zu positionieren. Im Mittelpunkt kirchlicher Medien sollte der Bildungsauftrag stehen, statt Technik und Ökonomie. Diese Aufforderung richtete der Medienpädagoge an die rund 200 konfessionellen Medienunternehmen katholischer Prägung, die sich unter dem Dach des KM vereint haben. Denn kirchliche Medienarbeit bedeutet auch immer „kritische Zeitgenossenschaft“ (Virtualität und Inszenierung, 2011).

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