Virtual Life – Freunde, Feinde, Family

Cover "Virtual life"  - Verbunden sein
Bild: Matthias-Film

Worum geht’s?:

Eckdaten des Film:
Deutschland, 2011
Dokumentation von Rainer Fromm
Produktion: Matthias-Film – gemeinnützige GmbH
Empfohlen: ab 12 Jahren – Lehrprogramm gemäß § 14 JuSchG
Länge des Films: 29 Min.

Menschen wollen verbunden sein, zu etwas gehören, suchen Bezugsgrößen. Diverse Internetanbieter haben dieses menschliche Bedürfnis erkannt, und so existieren dutzende Internet-Gemeinschaften mit Namen wie „My Space“, „Facebook“ oder „Xing“. Den fast grenzenlosen Perspektiven stehen aber auch ernstzunehmende Probleme gegenüber. Schlagworte sind Cybermobbing oder Cyberbullying, wie die Schikanen im virtuellen Netz bezeichnet werden.
(Medienzentrale des Erzbistums Köln, Beschreibung im Online-Katalog)

Auf der DVD befinden sich zudem Zusatzmaterialien, sowie methodische Überlegungen zur Filmbesprechung, Szenenbilder und Themenblätter für den Einsatz des Films im Unterricht.

Welche medienpädagogischen Themen werden im Film angesprochen?:

  • Kommunikation über Social Media
  • Vorteile und Gefahren von Social Media aus der Sicht von Jugendlichen
  • Cybermobbing
  • Datenschutz
  • Schnelllebigkeit der Dienste und Anbieter im Netz
  • User generated content

Zum Einsatz mit Schülern und Schülerinnen und in der außerschulischen Jugendarbeit:

Der Film bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte. So kann der Film Ausgangspunkt sein, um auf die eigenen positiven und negativen Erfahrungen der SchülerInnen im Netz einzugehen und diese mit den Erfahrungen der Jugendlichen in der Dokumentation abzugleichen. In Bezug auf die negativen Erfahrungen kommen schnell die Themen Datenschutz und Cybermobbing auf den Tisch. Hierbei verdeutlicht die Dokumentation, dass der Fokus in der Arbeit mit den jungen Nutzern darauf liegen sollte, sie für bestimmte Themen zu sensibilisieren und mit ihnen konkrete Handlungsweisen zu erarbeiten, anstatt die Nutzung per se in Frage zu stellen. Wie können sie ihre Daten in sozialen Netzwerken schützen, wo erhalten sie Unterstützung und was ist bei der Verletzung von Persönlichkeitsrechten, z.B. bei ungewollt im Netz verbreiteten Fotos, zu tun? Gerade im Klassenverband kann auch diskutiert werden, wie SchülerInnen sich in der Klasse gegen (Cyber-)Mobbing einsetzen können und wollen (z.B. ein Vertrag der Klasse gegen Mobbing).

Zum Einsatz mit LehrerInnen, PädagogInnen:

Die Dokumentation ermöglicht aufgrund der O-Töne von  Kindern und Jugendliche einen Einblick in die Bedeutung von sozialen Netzwerken für sie. Kommunikation und Identitätsbildung spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Da Kinder und Jugendliche durchaus aber auch mit negativen Aspekten konfrontiert werden, brauchen sie Ansprechpartner. Deshalb bietet sich der Film an, um sich mit der Faszination, die von Social Media ausgeht, auseinanderzusetzen. Auch in der Arbeit mit LehrerInnen und PädagogInnen ist Cybermobbing ein Thema. Zunächst einmal kann die Frage geklärt werden, was darunter zu verstehen ist, um daran anschließend zu diskutieren wie ein solcher Fall erkannt werden kann und wie LehrerInnen/PädagogInnen reagieren können.

Gleichzeitig bietet der Film auch Diskussionsstoff, wie der Mediengebrauch und –umgang der SchülerInnen in der Schule, aber auch in der außerschulischen Jugendarbeit zu regeln ist. Initiativen und Projekte, die in dem Film vorgestellt werden, sind nicht nur Anlaufstellen als Materialfundus und Ansprechpartner, sondern geben evtl. auch Anregungen für eigene Projektideen.

Zum Einsatz mit Eltern:

Wie beim Einsatz mit LehrerInnen und PädagogInnen ist auch hier zunächst einmal eine Beschäftigung mit der Faszination von Social Media für Kinder und Jugendliche und das Aufzeigen der jugendlichen Perspektive sinnvoll. Daran anknüpfend kann über familiäre Regeln zu sozialen Netzwerken diskutiert werden.

Datenschutz und Cybermobbing sind auch Themen für die Arbeit mit Eltern. Schließlich sollen sie als Ansprechpartner für ihren Nachwuchs zur Verfügung stehen können. Neben Befürchtungen und Erfahrungen sollte besprochen werden, wie Eltern ihren Kindern einen sicheren Umgang mit ihren Daten beibringen können.

Anknüpfungspunkte für aktive Medienarbeit:

Erstellen eines Profils bei einem Social Media Anbieter und Einstellen von Content – Erstellen einer gemeinsamen Facebook-Fanpage im Klassenverbund zu einem bestimmten Thema (z.B. Cybermobbing) –  Planung und Durchführung eines Peer-Projektes z.B. Schulung Jugendlicher als WhatsApp oder Facebook-Scouts, die anderen Jugendlichen Hintergründe von sozialen Netzwerken erklären

Für wen?:

Jugendliche, LehrerInnen, Eltern

Bezugsmöglichkeiten:

Medienzentrale des Erzbistums Köln

Fazit:

Die Dienste, die im Film „Virtual Life – Freunde, Feinde, Family“ im Fokus stehen, mögen zwar nicht mehr die aktuellen sein, die Faszination, die von sozialen Netzwerken ausgeht, hat sich aber nicht geändert. Der Film bietet einen Einblick in die Perspektive Jugendlicher und zeigt wie die Grenzen zwischen real und virtuell, zwischen öffentlich und privat verschwimmen.

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