Medienpädagogik in ihrer besten Form

Bild: Clearingstelle Medienkompetenz

Förderpreis 2015 der Stiftung Medienkompetenz Forum Südwest (MKFS) verliehen

Wann verdient medienpraktische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen den Stempel „Best Practice“? Was zeichnet Projekte aus, die mit einem der begehrten medienpädagogischen Preise der Bundesrepublik prämiert werden? Antwort auf diese Fragen gab die Verleihung des Förderpreises Medienpädagogik der Stiftung Medienkompetenz Forum Südwest (MKFS), die Ende November im Anschluss an die Präsentation der JIM-Studie 2015 im Musikpark in Mannheim stattgefunden hat. Mit dem Förderpreis zeichnet die Stiftung seit 2002 Projekte der schulischen und außerschulischen Jugendarbeit aus, in denen Kinder und Jugendliche selbst zu ProduzentInnen werden und aktiv Medien nutzen.

Dieses Jahr freuten sich sieben Gewinnerteams in den drei Kategorien Kinder im Grundschulalter, Schüler in der Sekundarstufe I und Jugendliche in der Sekundarstufe II und ein sonderprämiertes Projekt über die Auszeichnung und ein Preisgeld von je 750 €.

Unter den in den Projekten eingesetzten Medien dominierte der Trick- und Kurzfilm. Zu sehen u.a. in der Produktion „Heldinnen und Helden“. Hier drehten SchülerInnen aus zwei Klassen der Seebachschule Osthofen mit Stop-Trick und Legetechnik-Kurzfilme über ihre HeldInnen aus Literatur, Film, Berufswelt und Alltag. Dabei wurden alle Produktionsschritte von den SchülerInnen selbst in die Hand genommen: von der Erstellung des Storyboards, über den Entwurf und die Herstellung von Hintergründen, bis hin zu der Vertonung des Kurzfilmes.
Ein weiteres Projekt, „Clips mit Grips„, der GHWRS Ernst Reuter, Karlsruhe, machte den Schulalltag in der Medienschule selbst zum Gegenstand eines Stop-Trick-Kurzfilmes. Außenstehende können sich über den YouTube-Kanal der Schule davon überzeugen, welche Medien hier im Unterricht in der eingesetzt werden.
Im Projekt „@Freundchen“ setzten SchülerInnen des Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, Betzdorf, das Thema Cybermobbing in einem achtminütigen Stummfilm um. Der Film zeigt einen Lehrer, der von seinen SchülerInnen on- und offline bloßgestellt wird. Die Einnahme der Lehrerperspektive und die eingesetzte Filmmethode schaffen einen neuartigen Zugang zum viel diskutierten Thema Cybermobbing.

Ein anderes Projekt, in dem nicht Video zum Einsatz kam, ist die „Virtuelle Baustelle“. PädagogInnen der Kindertagesstätte Kinderplanet in Rammstein-Miesenbach projizierten ein Foto einer Baustelle auf mehrere Wände und holten so den Erfahrungsraum Baustelle in die Kita. Die Kinder konnten so unfallfrei und sicher den Erfahrungsraum Baustelle betreten. Gleichzeitig wurden sie dabei unterstützt, zwischen medialer und realer Erfahrungswelt zu unterschieden. Weitere Gewinner-Projekte waren das Trickfilmprojekt „Donnerwetter“ von SchülerInnen der Stefan-Rahl-Schule in Ravensburg, die Filmdokumentation „23. Februar 1945: Ein Schicksalstag“ von SchülerInnen der Heinrich-Wieland-Schule in Pforzheim, die „Nibelungen“-Verfilmung von SchülerInnen des Humboldt-Gymnasiums Trier und die filmische Umsetzung des Computerspiels „Superio“ von Schülern des Otto-Hahn-Gymnasium in Landau.

Alle prämierten Projekte zeichnen sich in hohem Maße dadurch aus, dass sie Kindern und Jugendlichen Räume zur Verfügung stellen, durch aktive Medienarbeit Medien- und Selbstkompetenzen zu erwerben. Die Projekte können Anstöße für eigene medienpraktische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen geben und so die zugrundeliegenden Projektideen einer größeren Zielgruppe zugänglich machen.

Nähere Infos zu allen Preisträgern finden sich auf der Homepage des Förderpreises.  Die Stiftung Medienkompetenz Forum Südwest ist eine Kooperation zwischen den Landesmedienanstalten aus Baden-Württemberg (LFK) und Rheinland-Pfalz (LMK) sowie dem Südwestrundfunk (SWR).

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