Man kann nicht nicht digital leben

KI Digitalität soziale Frage - Roboter sitzt und denkt - Online-Studientag
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Online-Studientag zu Digitalität als Sozialer Frage

Am 09. Dezember 2021 veranstalteten die Clearingstelle Medienkompetenz der Deutschen Bischofskonferenz und die Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle (KSZ) einen Online-Studientag zu sozialethischen Fragen im Kontext von Digitalität und Digitalisierung. Denn Digitalisierung als Prozess und Digitalität als Zustand haben unser alltägliches Leben verändert und verändern es weiter. Digitalisierung treibt den Wandel von Produktionsfaktoren, Arbeitsplätzen und Erwerbsformen an. Waren können in Zukunft schneller, sicherer, günstiger und qualitativ hochwertiger entwickelt werden; eine vollautomatisierte Produktion ist billiger und effektiver, aber nicht sozialer; zugleich dringt die digitalisierte Arbeitswelt auch in Bereiche personennaher Arbeit vor und verändert beispielsweise grundlegend den gesamten Bereich von Gesundheitsversorgung und Pflege. Allein diese wenigen Aspekte weisen bereits darauf hin, dass beim Thema Digitalisierung die sozialethische Frage nach sozialer Gerechtigkeit und Teilhabe nicht vernachlässigt werden darf.

Die Fachtagung setzte an am Thesenpapier „Digitalität und Künstliche Intelligenz: Technik im Dienst des Geist-begabten und Selbst-bewussten Menschen“. Denn dort heißt es in These 10: „Digitalität und Künstliche Intelligenz sind in mehrfacher Hinsicht neuer Ausdruck der alten sozialen Frage. Sie können Werkzeuge für Kommunikation und Partizipation sein, setzen aber entsprechende Bildung voraus. Andernfalls tendieren sie dazu, soziale Spaltung und Diskriminierung nachhaltig zu vertiefen. Umso drängender ist die Frage, wie sie für die Beseitigung von Armut, Benachteiligung und Unterdrückung nutzbar gemacht werden können.“

Anregungen zur Fortschreibung des Thesenpapiers

Nach einer Begrüßung durch den Direktor der KSZ, Prof. Dr. Peter Schallenberg, stelle Prof. Andreas Büsch, Leiter der Clearingstelle Medienkompetenz, das Thesenpapier vor. Anschließend ordnete Prof. Dr. Alexander Filipović das Thema sozialethisch ein. Dabei ging er den Fragen nach, was eigentlich eine soziale Frage sei und worin die Auswirkungen der Datafizierung bestünden. In einem zweiten Block gaben Prof. Dr. Ursula Nothelle-Wildfeuer, Prof. Dr. Wolfgang Beck, Prof. Dr. Doris Aschenbrenner und Prof. Dr. Wolfgang Koch Impulse. Schließlich moderierte Dr. Arndt Küppers eine Podiumsdiskussion der Impulsgeber mit Prof. Andreas Büsch, bevor in einem vierten Block alle Teilnehmenden die Möglichkeit hatten, in Kleingruppen die Diskussionen fortzusetzen, zu erweitern und zu vertiefen. Diese Ergebnisse sollen auch in eine Fortschreibung des Thesenpapiers einfließen.

Am Ende des Online-Studientages stellten Lars Schäfers und Andreas Büsch als Vertreter der Veranstalter fest, dass das Thema von zahlreichen Dilemmata gekennzeichnet sei. Insofern bekräftigten sie die Notwendigkeit, das Thesenpapier, das sich ja ausdrücklich als Diskussionsbeitrag verstehe, weiterzuentwickeln.

Ein ausführlicher Bericht zum Studientag Digitalität von Andreas Büsch (Clearingstelle Medienkompetenz), Stefan Gaßmann und Lars Schäfers (beide KSZ) findet sich hier als PDF zum Download.

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