Ma folie – Deine Liebe tötet mich

Titelbild Ma folie
Bild: Katholisches Filmwerk e.V.

Worum geht`s?

Eckdaten des Films:

Produktion: Ein Spielfilm von Andrina Mracinkar

Länge: 95 Minuten

Produktion: Extrafilm FSK 16

„Hanna liebt Yann. Er schickt ihr mit dem Handy aufgenommene filmische Gedichte als Liebesbeweis. Doch Yann beginnt ihr zu misstrauen, glaubt, sie belügt und betrügt ihn. Er verlässt sie. Hanna ist am Boden zerstört, nimmt seine Filmchen, die er ihr weiterhin schickt, zunehmend als Bedrohung wahr, fühlt sich verfolgt. Hanna weiß nicht mehr, ob sie sich selbst noch vertrauen kann. Mit der Geschichte einer Amour fou, die sich von einer leidenschaftlichen Romanze zu einem Psychothriller wandelt und mit der Vermischung von Realität und Illusion spielt, gibt Andrina Mracnikar ihr Regiedebüt… und hat mit der für ihre Rolle in Schwerin ausgezeichneten Alice Dwyer und Sabin Tambrea („Ludwig II“) ein starkes Protagonistenpaar. „Ma folie“ wurde mit dem First Steps Award und mehreren österreichischen Filmpreisen prämiert.“ (kfw)

Welche medienpädagogischen Themen werden im Film angesprochen?

  • Stalking
  • Versenden von erotischen Fotos und Videos/Sexting
  • Sexualität und Medien
  • Überwachung und Ortung von Smartphones
  • Onlinekommunikation in (Fern-) Beziehungen

Zum Einsatz in der außerschulischen Medienarbeit mit Jugendlichen ab 16 Jahren:

Wer verliebt ist, möchte gerne mit dem Liebsten/der Liebsten in Kontakt bleiben. Messenger bieten die Möglichkeit, nahestehenden Menschen Text, Sprachnachrichten, Fotos oder Videos zuzuschicken. Viele Jugendliche und Erwachsene schicken sich intime, erotische Nachrichten.

Es ergeben sich hierdurch viele lebensweltliche Anknüpfungspunkte für die medienpädagogische Arbeit mit Jugendlichen ab 16 Jahren. Zum einen könnte eine Wertediskussion darüber angestoßen werden, wie die Jugendlichen mit ihrem Partner/ihrer Partnerin kommunizieren möchten. Wie viel Kommunikation wünschen sie sich? Welche Kommunikationswege wählen die Jugendlichen zum Beispiel bei einem Streit, bei einer Bitte oder einer Gratulation? Welche Grenzen setzen sie sich und anderen in der Kommunikation über Messenger? Bei der Diskussion muss es nicht ausschließlich um die Kommunikation in Liebesbeziehungen gehen, es kann auch die Kommunikation in Freundschaften oder Familien diskutiert werden.

Darüber hinaus könnten (Medien-)PädagogInnen mit Jugendlichen über (mißbräuchliches) Sexting, das Versenden von erotischen Bildern oder Videos, sprechen. Hierbei ist es wichtig, dass nicht nur eine medienkritische Perspektive eingenommen wird, sondern dass auf die Erfahrungen und die Bedürfnisse der Jugendlichen eingegangen wird. Wenn (Medien-)PädagogInnen Sexting als eine mögliche Ausdrucksform von (Jugend-)Sexualität begreifen und diese Haltung den Jugendlichen gegenüber vertreten, können sie einen Raum für den Austausch auf Augenhöhe schaffen.

Ein weiteres Thema, dass sich nach dem gemeinsamen Anschauen von Ma folie anbietet, ist Stalking. Hierfür können verschiedene Szenen des Films, wie z.B. Yanns Videobotschaft nach der Trennung von Hanna, noch einmal gesehen und besprochen werden. Gemeinsam mit den Jugendlichen kann erarbeitet werden, welche Funktionen Stalking für den/die TäterIn und welche Konsequenzen dieses für das Opfer hat. Hierbei können Hintergrundinformationen zu Stalking gegeben und besprochen werden, wie Opfer von Stalking (rechtlich) reagieren und bei welchen Anlaufstellen sie Hilfe finden können. Es ist ratsam, vor der Filmvorführung abzuklären, ob ein Jugendlicher/eine Jugendliche der Gruppe, schon einmal Stalking erlebt hat, da der Film das Thema sehr emotional aufbereitet und viele möglicherweise schockierende Szenen enthält. (Medien-)PädagogInnen sollten aus Ihrer professionellen Erfahrung heraus in Hinblick auf ihre Zielgruppe bestimmen, welche Form und welches Thema der Anschlusskommunikation die Gruppe nach dem Anschauen von Ma folie braucht.

Zum Einsatz in der Elternarbeit:

Die Themen Sexting und Stalking bereiten vielen Eltern Sorgen. Sie haben Angst, dass ihre Kinder Opfer von (Cyber-)Mobbing oder durch andere (online) bedroht werden. Häufig stehen vor allem die Gefahren von Onlinekommunikation im Fokus der Eltern. Deshalb ist es wichtig, Eltern dabei zu unterstützen, die Funktionen zu verstehen, die soziale Netzwerke, Messenger und andere Social Media- Dienste für Jugendliche haben. Eltern können beispielsweise zum Nachdenken darüber angeregt werden, weshalb es reizvoll für Jugendliche ist, erotische Fotos von sich selbst zu machen, diese zu versenden und ein Feedback dazu zu erhalten. Der Film Ma folie zeigt nicht nur die negativen Folgen der Onlinekommunikation und von Stalking, er zeigt auch, wie aufregend Yann und Hanna sich gegenseitig finden und wie sie ihrer Verliebtheit (u.a. mit Medien) Ausdruck verleihen.

Des Weiteren kann das Thema Stalking besprochen werden. Eltern können darüber informiert werden, wie sie im Falle von Stalking ihren Kindern helfen und letztlich auch rechtlich vorgehen können. Durch die Vorführung von Ma folie und ein anschließendes Gespräch können Eltern ihre Ängste benennen und ggf. auch von anderen Eltern Unterstützung erfahren.

Anknüpfungspunkte für aktive Medienarbeit:

  • Gemeinsames Erstellen eines Erste-Hilfe-Leitfadens für Betroffene von Stalking/Cybermobbing und ggf. Veröffentlichung auf der Website des Jugendtreffs/der Gemeinde/der Schule oder über soziale Netzwerke.
  • Produktion eines Kurzfilms über Onlinekommunikation in Liebesbeziehungen mit Smartphones (BYOD).
  • Planung und Durchführung von Peer-Education zum Thema Sexting.

Für wen?

Jugendliche ab 16 Jahren.

Bezugsmöglichkeiten:

Der Film ist als DVD mit Vorführrecht in katholischen und evangelischen Medienzentralen und Kreismedienzentren ausleihbar und unter www.medienzentralen.de online abrufbar. Ein Direktbezug der DVD mit Vorführrecht ist unter www.filmwerk.de möglich.

Fazit:

Der Film Ma Folie unterstützt Eltern und (Medien-)PädagogInnen dabei, eine Reihe von schambesetzten, schwierigeren Themen zur Sprache zu bringen. Deshalb eignet er sich zum Einsatz in der außerschulischen Arbeit, zum Beispiel in Verbindung mit einem Projekt, in dem beteiligte Jugendliche andere Jugendliche zum Thema Sexting, Stalking oder Cybermobbing aufklären und mit ihnen ins Gespräch kommen.

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