#KIW23: Was steht an?

Prof. Dr. Thomas Söding im Gespräch mit Ariadne Klingbeil beim Abendgespräch bei #KIW23(Screenshot: Christian Schnaubelt)
Prof. Dr. Thomas Söding im Gespräch mit Ariadne Klingbeil beim Abendgespräch bei #KIW23
(Screenshot: Christian Schnaubelt)

 

Nachdem Kirche im Web in diesem Jahr als Präsenzveranstaltung abgesagt werden musste, haben die Organisator:innen ein alternatives Online-Angebot gemacht – das rund 70 Teilnehmende ansprach. Nachmittags ging es in fünf kurzen Workshops unter dem Obertitel Quick Check um aktuelle Fragestellungen; am Abend folgte dann ein Gespräch am virtuellen Kamin mit dem ZDK-Vizepräsidenten Prof. Dr. Thomas Söding.

Unter dem Titel „Alles nicht nur Spaß – TikTok und die Kirche“ warf Christoph Krachten, Gründer von United Creators (Edit: 20.07.23: Link zu United Creator entfernt, da Inhalt nicht verfügbar), einen Blick auf TikTok. Der Berater der publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz fragte dabei nach den Chancen, die die Plattform für die Pastoral bietet. Er verglich den Stil mit der Bild-Zeitung in den 50ern. Denn die knackige Schlagzeile, die dort im Kasten auffiel, entspricht den kurzen, leicht konsumierbaren Inhalten der Videoplattform. Anhand zahlreicher Beispiele zeigte er auf, dass Menschen auch dort Begleitung suchen, woraus folgt, dass Kirche sich entsprechend aufstellen müsse. Dabei muss die Frage, wie sich das jeweilige Publikum erreichen lässt, im Vordergrund stehen. „Es kommt nicht auf große Followerzahlen an, sondern darauf, Inhalte zu schaffen, die gesucht werden!“, so Krachten.

In einem zweiten Workshop stellte Cora Badura, Social Media Managerin, VRK – Versicherer im Raum der Kirchen, die soziale Suchmaschine SuchHier vor. Die Betreiber kooperieren dazu mit GoodSearch und IronSource sowie Microsoft Bing. Mit jeder Suche sind dezente Werbeeinträge verknüpft, aus deren Erlösen soziale Projekte gefördert werden. Seit dem Start im Mai 2022 konnten so bereits in der Projektphase vier Projekte mit jeweils 1.000 Euro unterstützt werden.

Zwischen Bindungsverlust und Datenschutz-Fragen

Hanno Terbuyken, Country Manager Churchdesk, und Bela Janauschek, Gründer von Churchpool, stellten in einem gemeinsamen Workshop ihre Software-Lösungen vor. Der Titel „Surface pressure: mehr Kontaktflächen für Pfarrei und Gemeinde“ drückt das gemeinsame Anliegen aus. Denn es gilt, der fehlenden Bindung von Gemeindemitgliedern und der fortschreitenden Entfremdung entgegenzuwirken. Dazu lassen sich mit Churchpool Neuigkeiten aus Gemeinden in einen Newsfeed ausspielen. Churchdesk, das als integriertes Tool für die Gemeindeverwaltung der Kommunikation und Organisation in Gemeinden und Pastoralräumen dient, bietet dazu entsprechende Schnittstellen.

Dass sich Glaube auch spielerisch erfahren lässt, zeigte Christian Schnaubelt, erster Vorsitzender von publicatio e.V., mit der Vorstellung des Projekts Holy Blocks auf. Das Projekt wurde aus dem Innovationsfonds der Deutschen Bischofskonferenz gefördert. Das Projektteam besteht aus jungen katholischen Theologen, Erlebnispädagogen und Informatikern. Ziel ist, in Minecraft einen spielerischen Zugang zur Vermittlung von Glaubensinhalten im Rahmen von Firmvorbereitung und Konfirmationsunterricht zu ermöglichen.

Über aktuelle Entwicklungen im Datenschutz und wie man als kirchlicher Akteur damit umgehen sollte, informierte im fünften Workshop Felix Neumann, im Hauptberuf Redakteur bei katholisch.de. Der Datenschutzexperte und Betreiber des entsprechenden Blogs artikel91.eu nahm das Facebook-Verbot des bayrischen Datenschutzbeauftragten zum Anlass, grundsätzliche Fragen zu Social-Media-Präsenzen zu erörtern. Dabei kamen neben den aufsichtlichen Maßnahmen – bisher sind tatsächlich keine bekannt – auch sinnvolle Strategien der Risikominimierung zur Sprache. So sollte es selbstverständlich sein, Inhalte möglichst rechtskonform aufzubereiten und z. B. keine personenbezogenen Daten abzufragen.

#KIW23: Neue Kirchenbilder im Kamingespräch

Den zweiten Teil der Online-Veranstaltung bildete dann das Abendgespräch mit Prof. Dr. Thomas Söding. Der Münsteraner Neutestamentler ist stellvertretender Vorsitzender des ZDK und stellvertretender Präsident des synodalen Wegs. Im Gespräch mit Ariadne Klingbeil, Geschäftsführerin der MDG, erzählte er von Hintergründen, Konflikten und Perspektiven im Ringen um einen neuen Aufbruch der Kirche. Denn „Kirche ist längst im Heute angekommen – die Brüche, die wir erleben, sind ja Spiegel der Brüche bzw. Spannungen in der Gesellschaft“, so Söding. Dabei müsse es darum gehen, die Identität von der Tradition her zu bestimmen und nicht traditionalistisch gegen die Aufklärung arbeiten zu wollen. Die kritischen Reaktionen auf den synodalen Weg werden zwar lautstark medial verbreitet. Daneben gebe es aber – auch international – jede Menge positive Reaktionen, da auch an anderen Stellen der Weltkirche eine deutliche Unruhe wahrnehmbar sei.

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