Dieter Baacke Preis: Herausragende Medienpädagogik

Titelbild Dieter Baacke Preis
Bild: GMK

Wie können Kinder und Jugendliche gemeinsam kreativ sein? Wie gelingt gute medienpädagogische Praxis und das in Zeiten von Pandemie und Social Distancing? Mit dem Dieter Baacke Preis werden jährlich Projekte der Medienpädagogik ausgezeichnet, die darauf eine herausragende Antwort finden. Dafür beschreiten sie neue Wege, geben Kindern und Jugendliche eine Stimme, bestärken sie in Teilhabe, bearbeiten Risiken der digitalen Kommunikation spielerisch und fantasievoll und eröffnen vor allem viel Raum für Ideen und Kreativität. Auf diese Weise sind die ausgezeichneten Projekte Vorbilder für Digitalisierung und Medienpädagogik.

Wenn es um Theater geht, sind Jugendliche meist eher Zuschauende. Doch nicht so im von Jugendlichen entwickelten Theaterstück Harte Arbeit aus Berlin. Denn hier können Jugendliche auf der Online-Plattform gather.town direkt in verschiedenen Rollen mitwirken. In Halle an der Saale wurde das partizipative Projekt der Kinderstadt zum Thema Umwelt und Nachhaltigkeit um eine Kinderredaktion und um digitale Stadtplanung ergänzt. In Freiburg hat ein medienpädagogisches Netzwerk in 23 Online-Workshops Kindern Austausch und Zusammenarbeit ermöglicht. Darüber hinaus wurden noch Fachkräfte und Eltern gebildet.

In Nürnberg gab es während des Lockdowns in einer pädagogischen Einrichtung einen von Erwachsenen für Kinder entwickelten Videokanal. Diesen übernahmen Kinder Stück für Stück. Nun kreieren sie bei Salzbrunner TV Kurzfilme, Musikclips, Erklärvideos und Quizshows. Dafür gestalten sie selbst die Moderation, bestimmen über Themen und Formate, sind vor und hinter der Kamera aktiv, auch über den Lockdown hinaus. Weitere Projekte sind Vorbilder.Lab aus Hamburg und die LGBTQ* Webserie Kuntergrau aus Köln. Sie widmen sich medienpädagogisch den Sichtweisen und dem Empowerment von durch Ausgrenzung oder Rassismus betroffenen Gruppen.

Love & Hate

„Love & Hate – Interaktionsrisiken kreativ aufgreifen“  lautete in diesem Jahr das Thema des Sonderpreises. In diesem Zusammenhang wurden herausragende Methoden gezeigt, wie zu Themen wie Cybermobbing, Hate, Fake News und riskanten Ebenen des digitalen Beziehungshandelns fantasievoll und vielfältig medienpädagogisch agiert werden kann. So greift das Videoprojekt Unter Druck aus Bergisch Gladbach – weitgehend kontaktlos produziert – die kulturell-kommunikativen Muster und Plattformen von Jugendlichen auf und unterfüttert diese mit einer dramatischen Romeo & Julia-Thematik. Das digitale Escape Game Who am I aus Osterkappeln haben Jugendliche selbst gestaltet. Herausgekommen ist eine spannende digitale Schnitzeljagd rund um die Risiken der digitalen Kommunikation.

Seit 2011 verleihen die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend den Dieter Baacke Preis. Die bundesweite Auszeichnung würdigt herausragende medienpädagogische Arbeit. So präsentiert der Dieter Baacke Preis Beispiele und Methoden, wie aktuell, vielseitig, digital oder auch gut vernetzt Medienbildung heute sein kann. Herausragende Medienprojekte mit Kindern und Jugendlichen stehen im Mittelpunkt des mit 12.000 € ausgezeichneten Preises. Diese und weitere Informationen und Videos finden sich auf der Webseite www.dieter-baacke-preis.de.

Die Preisverleihung fand am 19.11. im Rahmen des 38. Forums Kommunikationskultur (Erfurt/online) statt. Der Livestream ist online zum Anschauen verfügbar. Eine ausführliche Vorstellung der Sieger-Projekte in den sechs Kategorien findet sich auf der Website zum Dieter Baacke-Preis.

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