Backstagetour durch das Staatstheater Mainz

Ausblick auf den Dom vom Staatstheater Mainz aus
Foto: Clearingstelle Medienkompetenz

Hauptgewinn der QR-Code-Rallye im Rahmen des Mainzer Wissenschaftsmarktes in Kooperation mit dem Staatstheater Mainz

Wie viele Mitarbeiter arbeiten am Staatstheater Mainz? Wie werden die Produktionen finanziert? Werden Hauptrollen doppelt besetzt, falls Schauspieler erkranken? Haben Künstler tatsächlich während der Spielzeit Residenzpflicht und dürfen Mainz nicht verlassen?

Insgesamt elf Gewinner der QR-Code-Rallye, die die Clearingstelle Medienkompetenz im Rahmen des Mainzer Wissenschaftsmarktes veranstaltet hatte, konnten diese und andere Fragen am Samstag, den 07.11.2015, mit Gülay Polat klären. Die Referentin des Intendanten und Projektleiterin, nahm sich insgesamt eineinhalb Stunden Zeit, um auf die Fragen der GewinnerInnen einzugehen. Gemeinsam erkundeten sie die für ZuschauerInnen normalerweise unzugänglichen Orte des Mainzer Staatstheaters: die Bühnen des kleinen und großen Hauses, die Werke (Schneider, Maskenbildner und Bühnenbildner), die Proberäumen von Schauspiel, Tanz, Gesang, den Fundus und die Unterkellerung des Theaters in 17 Metern Tiefe.

Die Führung startete auf der Bühne des Großen Hauses, auf welcher für die Premiere am Samstagabend bereits die Kulisse des Familienstücks „Eine Woche voller Samstage“ aufgebaut war. Die nachfolgende Begehung der Werke verdeutlichte, wie viele Hände zusammenarbeiten mussten, um das Kinderbuch für ein breites Publikum zu inszenieren: Von den ersten Skizzen zu Herrn Taschenbiers Zimmer, über die Modellierung von Wurstfingern für das Sams, bis hin zu vier Wochen intensiven Proben an Text und Dramaturgie. „Zuerst ist da die Idee, welche Stücke in einer Spielzeit gespielt werden sollen. Dann wird überlegt, wie ein Stück umgesetzt werden soll. Das machen die Köpfe des Theaters, Intendanz und Regie. Dann kann es sein, dass der Regisseur nur mit einem Foto zu den Bühnenbildner geht und fragt: Kannst Du das auf eine 10x5m langen Leinwand bringen? Dann setzt das der Bühnenbildner um oder er muss selbst Jemanden beauftragen. Im Theater steckt viel Handwerk,“ so Polat.

Dass nicht alles immer neu erschaffen werden muss, konnte im Fundus nachvollzogen werden. Hier lagern Mobiliar, Requisiten und Kleidung vergangener Produktionen. Vollständige Kulissen lagern dahingegen unter den Hebebühnen der beiden Häuser. Hier befindet sich auch die Spielstätte U17, die u.a. für Produktionen des Jungen Staatstheaters Mainz (justmainz) und als Proberaum genutzt wird. Zum Abschluss erhielten unsere GewinnerInnen Einblick in den Proberaum auf dem Deck des Mainzer Staatstheaters und hatten von der Terrasse aus Ausblick auf den Dom und die Altstadt.

Das Mainzer Staatstheater beschäftigt insgesamt ca. 300 MitarbeiterInnen, deren Lohnkosten den Großteil des Etats von jährlich 26 Millionen (zur Hälfte durch Land und Kommune finanziert) ausmachen. Die verschiedenen Jobs am Theater erfahren nach Polat unverändert große Nachfrage: „Grundvoraussetzung für die Mitarbeit ist Leidenschaft am Theater und Talent – das betrifft vor allem auch die Werke. Hier bildet das Staatstheater selbst Maskenbildner, Schneider und Bühnenbildner  aus.“ Wer am Theater arbeiten möchte, darf nicht mit Regelarbeitszeiten rechnen. Da die Rollen der Produktionen von Schauspiel und Tanz nur einfach besetzt werden, müssen alle Schauspieler während der Spielzeit durchgängig vor Ort und einsatzbereit sein.

Das Staatstheater Mainz war Kooperationspartner des 14. Mainzer Wissenschaftsmarktes, der in diesem Jahr mit dem Theaterfest zur Spielzeiteröffnung zusammenfiel. Die Führung wurde seitens des Staatstheaters für die Gewinner einer QR-Code-Ralley gesponsert, die die Clearingstelle Medienkompetenz der Deutschen Bischofskonferenz rund um Fragen zur Medienbildung veranstaltete. Für die ausgezeichnete Kooperation bedanken wir uns sehr herzlich!

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