Wert der Arbeit

Titelbild: Wert der Arbeit
Bild: Katholisches Filmwerk e.V.

Worum geht`s?

Eckdaten des Films:

Deutschland, 2015, 8 Minuten

Ein Film von Matthias Koßmehl

Produktion: HMS – HamburgMediaSchool, Creative Producerin: Caroline Scheller

empfohlen ab 13 Jahren, LE

Bonusmaterial: Medienpädagogische Arbeitshilfen, 15-seitiges Booklet

„Nacht für Nacht kehrt Bodo die Straßen der Großstadt – gewissenhaft und unbemerkt. Angezogen von einer ausschweifend gefeierten Vernissage, macht er inmitten der fremden Welt eine vertraute Entdeckung und entschließt sich dazu, nicht mehr unsichtbar zu sein.“ (Katholisches Filmwerk e.V.)

Welche medienpädagogischen Themen werden im Film angesprochen?

  • menschliche Arbeit als gesichtsloser, austauschbarer Faktor
  • Digitalisierung der Arbeit/Arbeit 4.0
  • Kunst als Zeitvertreib
  • Abbildung sozialer Ungleichheit durch Kunst
  • Artikulation eigener Interesse und Teilhabe durch Öffentlichkeit
  • Recht am eigenen Bild
  • Menschenwürde / Würde der Arbeit
  • Lebenswelten
  • Selbstdarstellung (in sozialen Netzwerken)

Zum Einsatz in der politischen Bildungsarbeit mit Jugendlichen/Erwachsenen:

Der Kurzfilm Wert der Arbeit bietet auf den ersten Blick nicht sonderlich viele Anknüpfungspunkte für die medienpädagogische Arbeit mit Jugendlichen oder Erwachsenen. Erst einmal stehen die politischen Themen Arbeit und Menschenwürde sowie soziale Ungleichheit im Fokus. Diese sind jedoch eng verflochten mit der Digitalisierung der Arbeitswelt und somit mit Arbeit 4.0.

Der Protagonist Bodo übt einen Dienstleistungsberuf aus, der schlecht bezahlt wird und ein geringes gesellschaftliches Ansehen genießt. Bodo ist (scheinbar) durch jede andere Arbeitskraft ersetzbar; zudem ist es vorstellbar, dass ein Staubsauger-Roboter seine Arbeit in Zukunft übernehmen wird. Der Film könnte demnach als Einladung verstanden werden, über die Auswirkungen von Arbeit 4.0 auf die Arbeit und über die Arbeit hinaus ins Gespräch zu kommen. Hierbei kann erst einmal geklärt werden, was es mit diesem Begriff auf sich hat. Bestenfalls bringen die TeilnehmerInnen schon Erfahrungen aus ihren eigenen Tätigkeiten mit, die sich einbeziehen lassen. Daneben kann auch der Bereich der Qualifizierung thematisiert werden: Was brauchen (junge) Menschen, um medienkompetent mit den veränderten Arbeitsbedingungen umgehen zu können?

Die Vernissage, die Bodo auf seinem Rundgang besucht, stellt einen erheblichen Kontrast zu seinem Alltag dar. Das Publikum ist scheinbar weniger mit den ausgestellten Fotografien beschäftigt, als mit dem luxuriösen Catering und mit Networking. Die dazugehörige Szene eignet sich für den Einstieg in eine Diskussion über die Ziele und die Reichweite von Kunst. Es kann dabei hinterfragt werden, aus welchen Motiven sich Menschen (welcher) Kunst zuwenden. Der Film lädt auch dazu ein, über die verschiedenen Lebenswelten des Publikums und des Protagonisten und der dunkelhäutigen Kellnerin nachzudenken, in denen Kunst (k)eine Rolle spielt.

Ein weiteres Thema wäre die Herstellung von Öffentlichkeit. Bodo hat nicht mitbekommen, dass er von einem Fotografen aufgenommen wurde und er hat die Veröffentlichung seines Fotos nicht veranlasst. Hier bietet sich eine Thematisierung von Bild- und Urheberrechten an. Durfte der Fotograf überhaupt ein Foto von Bodo machen? Und wie sieht es mit den Rechten für die Veröffentlichung aus? Neben dem Rechtlichen ist an dieser Stelle auch interessant, über die mit der Öffentlichkeit verbundene Anerkennung nachzudenken. Anknüpfungspunkte könnten u.a. Selbstdarstellungen in sozialen Netzwerken, politische Partizipation und Teilhabe sein.

Anknüpfungspunkte für aktive Medienarbeit:

Um das sehr komplexe Thema Arbeit 4.0 greifbar zu machen, könnte mit Comic Life oder einer ähnlichen App eine Comic-Story zu den veränderten Arbeitsbedingungen erstellt werden. Denkbar ist dazu (in Anlehnung an den Kurzfilm Wert der Arbeit) z.B. die Darstellung eines/einer ArbeiterIn/Angestellten in ihrem/seinem Tätigkeitsfeld.

Auch das Erstellen einer Fotocollage, die die TeilnehmerInnen in ihren Jobs zeigt und somit deren Tätigkeit öffentlich macht, wäre ein Anknüpfungspunkt. Oder ein Erstellen von Kunstwerken mit Berufen, die durch Arbeit 4.0 ersetzt werden, eine Gegenüberstellung heutiger und möglicher zukünftiger Arbeitsbedingungen mit Fotos, Gemälden, Kollagen etc.

Wenn das Thema Kunst und soziale Ungleichheit oder Reichweite von Kunst im Vordergrund stehen soll, wäre ein Kurzfilmprojekt zu Street Art denkbar.

Für wen?

Jugendliche und Erwachsene

Bezugsmöglichkeiten:

Der Film ist als DVD mit Vorführrecht in katholischen und evangelischen Medienzentralen und Kreismedienzentren ausleihbar und unter www.medienzentralen.de online abrufbar. Ein Direktbezug der DVD mit Vorführrecht ist unter www.filmwerk.de möglich.

Fazit:

Der Kurzfilm Wert der Arbeit arbeitet mit sehr wenigen Effekten und kommt ganz ohne Sprache aus. Hierdurch lädt er ein, verschiedene Perspektiven zu dem Gesehenen zu diskutieren.
Wert der Arbeit bietet viele direkte Anschlussmöglichkeiten für die Jugendarbeit oder die politische Bildungsarbeit.

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