The Social Network

Titelbild des Film "The Social Network". Mit Mark Zuckerberg
Bild: kfw

Worum geht’s?

Eckdaten des Films:

Ein Film von David Fincher

Länge: 120 Minuten

Erscheinungsjahr, Produktionsland: 2010, USA

Produktion: Michael De Luca Productions/Scott Rudin Productions/Trigger Street Productions

empfohlen ab 14 Jahren

Schuljahre: Sekundarstufe I: ab Klasse 8/9 und Sek. II

Es ist ein vermeintlich ganz normaler Herbstabend des Jahres 2003 in Harvard, als sich der unscheinbare Student Mark Zuckerberg, ein begnadeter Computerprogrammierer, hinsetzt, um an einer neuen Idee zu feilen. Er erschafft das soziale Netzwerk Facebook, das binnen kürzester Zeit ein Sensationserfolg wird, eine Revolution in Sachen Kommunikation. Sechs Jahre später ist Zuckerberg der jüngste Milliardär der Welt – und hat nicht nur Fans: Mitstudenten wollen etwas vom Kuchen abhaben, weil sie die Idee zu Facebook vor Zuckerberg gehabt haben wollen. (kfw)

Welche medienpädagogischen Themen werden im Film angesprochen?

  • Social Media
  • (Online-)Kommunikation
  • Peergroups und Freundschaft
  • Wertebildung
  • Datensicherheit
  • Zugehörigkeit / Außenseiterrollen

Zum Einsatz in der (außerschulischen) Medienarbeit mit Jugendlichen:

Die Kommunikationsräume von Jugendlichen sind eng mit digitalen Medien verflochten.   Medien waren hierfür schon immer ein ständiger Begleiter von uns Menschen. Mit der zunehmenden Digitalisierung und der damit verbundenen Mediatisierung wurden jene Medien jedoch immer kurzlebiger.

Wenn wir heute in diesem Zusammenhang von Kommunikation sprechen, ist meist nicht mehr die klassische Mobil-Kommunikation durch Telefonieren oder Simsen gemeint. Durch die Entwicklung von „Social Media“ (deutsch: Sozialen Medien) hat sich die Kommunikation grundlegend verändert. Ein bedeutender Meilenstein war hierbei die Gründung des sozialen Netzwerkdienstes Facebook. Soziale Netzwerke ermöglichen es den NutzerInnen, sich in bisher unbekannter Weise auszutauschen und mediale Inhalte niedrigschwellig, jederzeit und überall, losgelöst von klassischen Kommunikationsorten selbst zu gestalten. In sozialen Netzwerken können NutzerInnen durch Bewertungen (Likes), Kommentare oder das Teilen von Inhalten aktiv darauf Bezug nehmen. Somit löste sich auch das bisherige Kommunikationsprinzip von Sender und Rezipienten auf. Mittlerweile ist man sowohl Nutzer (User) als auch Hersteller (Producer) in sozialen Netzwerken. Sie sind ebenfalls gekennzeichnet durch einen hohen Grad an Vernetzung und Mobilität.

Die Geschichte von Facebook

Die in dem vorliegenden Film „The Social Network“ erzählte Geschichte nimmt ihren Anfang im Herbst 2003 und endet mit den Streitigkeiten um die Rechte an Facebook drei bis vier Jahre später. Facebook galt lange Zeit als Flaggschiff unter den sozialen Netzwerken. Denn Facebook galt als innovativer und universeller als seine Mitspieler.

Jedoch belegen Studien wie z.B. die JIM-Studien, dass auch die Beliebtheit von Facebook unter Jugendlichen in den vergangen Jahren stetig abnimmt. Das betont die eingangs beschriebene Schnelllebigkeit von medialen Angeboten. Über die Zeit dienten eben immer jeweils andere Angebote der Kommunikation, Information und Unterhaltung, die zu ihrer Zeit jeweils einen Großteil der Jugendlichen erreichten. „Wenn auch diese Angebote in ihrem Format und in der Art der Kommunikation sehr unterschiedlich sind, so waren sie doch immer zentrale Plattformen der gegenseitigen Kommunikation und ein wichtiges Bindeglied der Peer Group.“ (JIM-Studie 2018, S. 3). Mediale Kommunikation und Interaktion von Jugendlichen geschieht heutzutage fast ausschließlich über soziale Netzwerke.

Auch wenn Facebook für die Zielgruppe Jugendlicher und junger Erwachsener zunehmend durch andere Social Media-Dienste abgelöst wird, kann es dennoch als Vorreiter vieler nachfolgender Angebote und Inhalte gelten. Immerhin wurde der Netzwerkdienst vor nunmehr fast 16 Jahren gegründet.

Anknüpfungspunkte zur Lebenswelt Jugendlicher

Der Film eignet sich hervorragend, um mit Jugendlichen über die beschriebene Schnelllebigkeit medialer Angebote ins Gespräch zu kommen. Der offensichtliche (medien-)pädagogische Anknüpfungspunkt für die (außerschulische) Arbeit mit Jugendlichen ist natürlich sein Thema selbst. Denn die Selbstdarstellung von Jugendlichen im Internet ist zu einem der wichtigsten Motive der Internetnutzung geworden. Dazu bieten Soziale Netzwerke und mobile Medien völlig neue Möglichkeiten. Das Thema hat somit direkt mit der Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler zu tun. Daher bietet sich im Unterricht als Einstieg eine Diskussion über die persönlichen Erfahrungen mit Facebook an.

Außerdem eignet sich der Film auch für eine Auseinandersetzung mit den sozialen und gesellschaftlichen Konsequenzen sozialer Netzwerke. Gegebenenfalls könnten hier eigene Recherchen der SchülerInnen zum Thema vorangehen. Auch die Themen Datenschutz und Datensicherheit sollte unbedingt angesprochen werden. Weitere mögliche Schwerpunkte sind u. a. Cybermobbing, Hatespeech oder Fake News in Social Media. Diskussionsfragen und Impulse liefern zum Beispiel Fragen wie: Geht Facebook wirklich um die Vernetzung von Menschen, wie sie immer sagen, oder um das Generieren von Nutzerprofilen? Und warum sind junge Menschen bei Facebook inzwischen dahingehend etwas sensibilisiert, bei Instagram aber nicht?

Auf mekomat.de finden sich viele passende Materialien zum Thema wie beispielsweise die Veröffentlichungen „Jugendliche sicher in Social Media?“, „WhatsApp, Facebook, Instagram und Co“ oder „Compass-Social.Media“.

Zum Einsatz in der Arbeit mit Eltern oder mit LehrerInnen und PädagogInnen:

Grundsätzlich gelten die Themen des Films auch für die Arbeit mit Eltern oder mit LehrerInnen und PädagogInnen und können analog angewendet werden. Anzumerken ist sogar, dass Facebook bei der erwachsenen Zielgruppe immer noch sehr beliebt ist und sich großer Nutzungszahlen erfreut. Auch hier bietet sich eine Diskussion über die persönlichen Erfahrungen mit Facebook an. Mit Erwachsenen kann ebenfalls interessant sein in Bezug auf den vorliegenden Film über die Gründung von sogenannten New Economy Unternehmen zu sprechen. „The Social Network“ kann so als Beispiel für die Entstehung eines modernen Unternehmens herangezogen werden.

Anknüpfungspunkte für aktive Medienarbeit:

  • Fortsetzung des Films: die SchülerInnen bekommen zur Aufgabe, eine Fortsetzung in ca. sechs Sätzen zu erstellen. Die Ergebnisse werden im Plenum präsentiert. Auch wäre spannend über das Filmende hinsichtlich der Frage: wie die letzte Szene vor dem Abspann interpretiert werden kann, als Mark alleine im Verhandlungszimmer sitzt und seiner Ex-Freundin eine Facebook-Freundschaftsanfrage schickt, nachzudenken. Wenn mehr Zeit zur Verfügung steht, können die Gruppen ihre Ideen auch in Form eines Comics umsetzen, beispielsweise mit dem Programm „ComicLife“. Das Programm kann nach kurzer Einarbeitung kreativ genutzt werden. Eine deutschsprachige Anleitung findet sich bei lehrerfortbildung-bw.de.
  • Ausgrenzungsspiel: Diese Übung dient dazu, spielerisch die Ausgrenzung von Einzelpersonen darzustellen. Dabei stellt sich die Gruppe im Kreis auf und bildet eine Mauer, für den/die (ein oder zwei Jugendliche), welche versuchen müssen die Mauer zu überwinden und in den Kreis zu gelangen. Im Anschluss an das Spiel sollte darüber gesprochen werden, inwiefern Ausgrenzung ein Thema des Films ist.
  • Profilcheck: Welche Daten sind im Netz von mir öffentlich einsehbar? Bearbeitung der Privatsphäreneinstellungen in Social Media. Impulsfragen zum Mediennutzungsverhalten können ebenfalls sein:
    • Zähle die drei wichtigsten Gründe auf, warum du Netzwerkdienste benutzt.
    • Legst du Wert darauf, dass du jeden deiner Kontakte („Freunde“ bzw. „Follower“) persönlich kennst oder ist dir das nicht wichtig? Begründe deine Haltung zu dieser Frage.
    • Nach welchen Kriterien entscheidest du, ob du eine Freundschaftsanfrage akzeptierst?
    • Hattest du ganz konkret einmal ein ungutes Gefühl oder Bedenken bezüglich der Sicherheit in sozialen Netzwerken? Falls ja, in welcher Situation und was hast du ggf. unternommen?
  • Die SchülerInnen bekommen zur Aufgabe, den Begriff „Sozialer Netzwerkdienst“ zu definieren und ihr Nutzerverhalten in sozialen Netzwerkdiensten. Anschließend sollten die Ergebnisse besprochen und analysiert werden.

Für wen?

LehrerInnen, Eltern und Jugendliche ab 14 Jahren

Bezugsmöglichkeiten:

Ein Direktbezug der DVD mit Vorführrecht ist unter filmwerk.de möglich. Hier sind ebenfalls einige unterstützende Arbeitshilfen zu finden.

Fazit:

Der Film „The Social Network“ empfiehlt sich außerordentlich gut für die (medienpädagogische) Arbeit mit Jugendlichen und Erwachsenen. Wie aufgezeigt, ist die Selbstdarstellung von Jugendlichen im Internet zu einem der wichtigsten Bestandteile der Internetnutzung geworden ist. Aufgrund der Spielfilmlänge muss natürlich geschaut werden, welches Zeitfenster für die Sichtung des Films zur Verfügung steht. Aus medienpädagogischer Perspektive besteht das Ziel darin, Jugendliche zu befähigen, Medien und damit integriert auch soziale Netzwerke zu ihren eigenen Zwecken und in einem altersangemessenen Maß selbstständig, eigenverantwortlich und reflektiert nutzen zu können. „The Social Network“ bietet hierfür eine gute Grundlage zur weiteren inhaltlichen Behandlung.

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