Check dein Profil, bevor es andere tun – Teil 2

Check dein Profil, bevor es andere tun
Bild: Eigener Screenshot

Anknüpfungspunkte für aktive Medienarbeit

Profilcheck

Hier besteht die Aufgabe darin, ein vorgegebenes Beispielprofil auf Facebook in Gruppen von bis zu fünf Personen zu betrachten. Dazu nehmen die einzelnen Gruppenmitglieder die Rolle von potenziellen Arbeitgeber:innen ein. Mittels des vorgefertigten Arbeitsblattes beantworten sie die Fragen aus der Sicht ihrer Rolle.

Ergänzend dazu kann im Nachgang oder als eigenständige Übung auch ein Check des eigenen Profils stattfinden. Hierfür betrachten die Teilnehmer:innen eines ihrer eigenen Social-Media-Profile z.B. auf Instagram oder TikTok. Welche Daten sind dort öffentlich einsehbar? Im Anschluss kann ein Dialog über Privatsphäreneinstellungen stattfinden, um diese gemeinsam in den jeweiligen Profilen bearbeiten zu können.

Folgende Impulsfragen zum eigenen Mediennutzungsverhalten können ebenfalls thematisiert werden:

  • Zähle die drei wichtigsten Gründe auf, warum du soziale Netzwerke benutzt.
  • Legst du Wert darauf, dass du jeden deiner Kontakte („Freunde“ bzw. „Follower“) persönlich kennst oder ist dir das nicht wichtig? Begründe deine Haltung dazu!
  • Nach welchen Kriterien entscheidest du, ob du eine Freundschaftsanfrage akzeptierst?
  • Hattest du ganz konkret einmal ein ungutes Gefühl oder Bedenken bezüglich der Sicherheit in sozialen Netzwerken? Falls ja, in welcher Situation, was ist passiert und was hast du ggf. unternommen?

Die Botschaft des Videoclips

Die Gruppe soll bei dieser Aufgabe den Filmtitel näher in den Blick nehmen. Was ist mit dem Titel „Check dein Profil, bevor es andere tun“ gemeint? Die Teilnehmer:innen sollen versuchen, die Intention in eigenen Worten wiederzugeben.

Bei dem Clip handelt es sich um einen Werbespot, der in deutschen Kinos zu sehen war. Für welche Zielgruppe wurde dieser Werbespot wohl in erster Linie konzipiert? Außerdem: Wie bewerten die Teilnehmer:innen den Titel? Gilt er als gelungen, ansprechend – oder zu langweilig etc.? Gibt es kreative Vorschläge, wie die Teilnehmenden den Film betitelt hätten? Die jeweiligen Überlegungen können entweder gleich oder im Anschluss an eine Kleingruppen-Phase im Plenum gesammelt und besprochen werden.

„Der gläserne Mensch“

Dieser Anknüpfungspunkt eignet sich insbesondere für den Einsatz mit einer erwachsenen Zielgruppe. Dabei geht es darum, den Text des Liedes „Der gläserne Mensch“ von Udo Jürgens zu lesen und auf die dahinterliegende Intention hin zu analysieren. Zum gemeinsamen Anhören des Liedes wird der Songtext ausgeteilt. Im Anschluss kann über die Bedeutung, die Botschaft sowie Sinnhaftigkeit des Liedes gesprochen und diskutiert werden. Eine mögliche Impulsfrage könnte hierbei sein, wie „zerbrechlich“ das Bild ist, welches von einem selbst in der Öffentlichkeit kursiert. Selbstverständlich eignet sich diese Übung aber auch für den Einsatz mit einer jüngeren Zielgruppe, nur ist der Sänger Udo Jürgens in der Regel einer älteren Zielgruppe näher, als einer jüngeren – was eine Umsetzung jedoch keinesfalls ausschließt!

Let’s comic!

Die Teilnehmer:innen gehen in Gruppen von bis zu fünf Personen und bekommen zur Aufgabe, eine Fortsetzung der Filmhandlung in ca. sechs Sätzen zu erstellen. Schließlich ist das Ende offen gehalten. Die Zuschauer:innen erfahren weder etwas über die Reaktion von Tobias, noch über die des potenziellen Arbeitgebers. Wie haben beide wohl auf die Situation regiert? Hat Tobias den Job bekommen oder wurde er gleich abgelehnt aufgrund seines Internetauftretens?

Eine kreative Gestaltung der Ergebnisse der einzelnen Gruppen kann in Form eines Comics geschehen. Dazu bietet sich das kostenlose Online-Programm „ComicLife“ an. Dieses kann nach kurzer Einarbeitung kreativ genutzt werden. Eine deutschsprachige Anleitung findet sich auf lehrerfortbildung-bw.de. Möglichkeiten, dies mit einer Adaption der Five-Shot-Technik zum Erzählen kurzer Geschichten einzusetzen, erläutern wir in einem kurzen Handout zu einem Workshop der Clearingstelle Medienkompetenz.
Alternativ können die Teilnehmer:innen auch mit Papier und Stiften arbeiten und ihre Ideen so zeichnerisch umsetzen.

Passende Materialien zum Videoclip

Weitere Materialien und Anregungen zu den filmischen Themen finden sich in unserer Materialdatenbank mekomat.de, z.B. die Veröffentlichungen „Privatsphäre-Leitfäden für Soziale Netzwerke“, „Datenschutz – Tipps für Eltern“, „Wie sozial sind Soziale Netzwerke?“. Such die „Praxisinfos Sicherheitseinstellungen bei iOS und Android“ geben Tipps und Informationen zum Umgang mit mobilen Geräten und deren Betriebssystemen. Eine teils ähnliche Thematik bearbeiten auch unsere bereits veröffentlichten Filmtipps „Big Data“, „So wie du mich willst“ oder „Der Internet-Check“ – ein Blick hinter die Links lohnt sich!

Für wen?

Lehrer:innen, Senior:innen, Eltern, Kindern und Jugendliche ab 11 Jahren

Bezugsmöglichkeiten & Filmkritiken

Verfügbar als Online-Medium bei zahlreichen katholischen und evangelischen Medienzentralen, s. https://www.medienzentralen.de/medium245/Check-dein-Profil-bevor-es-andere-tun

Eine Sichtung des Videos ist außerdem über die Video-Plattform YouTube im Kanal von Netzdurchblick – Der Internetratgeber für Jugendliche möglich.

Fazit

Auch wenn der Videoclip schon etwas älter ist, bietet sich eine thematische Auseinandersetzung dennoch an. Ein besonderer Pluspunkt ist dabei die Kürze des Films und der einfache Zugriff über YouTube oder die kirchlichen Medienstellen. Der Werbespot „Check dein Profil, bevor es andere tun“ regt zu einer Auseinandersetzung mit den Themen kompetenter Umgang mit sozialen Netzwerken, Privatsphäre und Datenschutz sowie (Selbst-)Darstellung in Social Media an und eignet sich für eine altersunabhängigen Einsatz. Aufgrund der Kürze des Films ist er in vielen Settings behandelbar und eine tiefere thematische Auseinandersetzung ist möglich. Aus diesem Grunde sind die Anknüpfungspunkte für die aktive Medienarbeit entsprechend umfangreicher ausgestaltet. Denn die Kürze ermöglicht den Fokus auf die Nacharbeit zu legen und Dinge umzusetzen bzw. Aspekte anzusprechen, die gegenüber einer normalen Filmlänge vielleicht (zeitlich) nicht möglich sind.

[Edit 05.11.21: Link zu Arbeitblättern der Medienanstalt HSH entfernt, da nicht mehr verfügbar]

Das könnte Sie auch interessieren:

One Comment

  1. Pingback: Check dein Profil, bevor es andere tun | Clearingstelle Medienkompetenz

Comments are closed.